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Ambulante Pflege

HINWEIS:
Unter dem Punkt „Weiterführende Informationssammlung“ finden Sie Dokumente mit tiefergehenden Informationen zu einzelnen Aspekten der Corona-Pandemie.

1. Wie sieht die aktuelle Teststrategie für SARS-CoV-2 Testungen aus?

Die aktuelle Teststrategie wird ausgeweitet auf stichprobenartige Testungen symptomloser Personen (sog. Screening) aus akutem Anlass und sieht somit drei verschiedene Säulen vor:

  • Testungen bei begründetem Infektionsverdacht
  • Screening: regionsbezogene Testungen aus akutem Anlass (hohe regionale Inzidenz) bei ausgewählten Personengruppen
  • Antikörpertestungen in Einrichtungen, in denen Covid-19-Ausbrüche aufgetreten waren

Nähere Informationen zu den einzelnen Säulen entnehmen Sie bitte dem Papier des Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Dieses finden Sie hier. 

2. Welche Maßnahmen kann ich treffen bei einer wesentlichen Beeinträchtigung der Leistungserbringung bevor ich die Behörden informiere?
Von einem anderen Bundesland haben wir ein Konzept für die Einleitung von Maßnahmen im Falle einer wesentlichen Beeinträchtigung der Leistungserbringung nach § 150 Abs. 1 erhalten. Dieses Konzept ist auf die niedersächsischen Vorgaben angepasst worden und soll/kann als Handlungsorientierung dienen, bevor die Ordnungsbehörden eingeschaltet werden. Dieses Konzept finden Sie hier

3. Wie ist aktuell die Vorgehensweise bei den Beratungsbesuchen nach §37 Abs.3 SGB XI?
Nach dem neu eingefügten § 148 SGB XI dürfen Pflegekassen das Pflegegeld nicht kürzen, wenn die Empfänger im Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 30.9.2020 keinen Beratungsbesuch nachweisen. Die Pflegekassen müssen dies ihren Versicherten in geeigneter Form mitteilen. Der Anspruch auf die Pflegeberatung nach § 37 Abs. 3 SGB XI wird damit nicht ausgesetzt. Soweit der Leistungsempfänger einen Beratungsbesuch gem. § 37 Abs. 3 einfordert, kann diese Beratung in Ausnahmefällen auch telefonisch durchgeführt werden. Der Leistungsempfänger ist jedoch darauf hinzuweisen, dass der Beratungsbesuch bis zum 30.09.2020 nicht verpflichtend in Anspruch genommen werden muss. In den wenigen Ausnahmefällen, in denen der Beratungsbesuch auf ausdrücklichen Wunsch des Leistungsempfängers telefonisch in Anspruch genommen wird, kann in diesem begründeten Ausnahmefall der Leistungserbringer den Leistungsnachweis unterzeichnen und mit einer entsprechenden Begründung versehen.

4. Was muss ich im Fall einer wesentlichen Beeinträchtigung der Leistungserbringung beachten?
Im Fall einer wesentlichen Beeinträchtigung der Leistungserbringung infolge des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 ist der Träger einer nach § 72 zugelassenen Pflegeeinrichtung verpflichtet, diese umgehend den Pflegekassen gegenüber anzuzeigen.
Auf Bundesebene wurde ein Formular für diese Meldung seitens der Kostenträger zur Verfügung gestellt und mit den Leistungserbringerverbänden abgestimmt.
Eine Liste der Zuständigkeiten der Kostenträger finden sie hier.

5. Wie kann ich Anträge zur Absicherung der Erlösausfälle gem. § 150 Abs. 3 SGBXI stellen?

Hier finden Sie die am 3.4.2020 final abgestimmte Fassung der „Festlegungen des GKV-Spitzenverbandes nach § 150 Abs. 3 SGB XI“.

Ergänzend erhalten Sie hier Antragsformular, in dem Sie die Mehraufwendungen und Mindereinnahmen eintragen müssen.

Da das Formular hinsichtlich der Einzelheiten nicht selbsterklärend ist, haben wir gemeinsam mit den Landesreferent*innen und der Diakonie Deutschland das hier befindliche Hinweispapier entwickelt.

Die für Ihre Region zuständigen Kassen finden Sie in der hier beigefügten Liste.

Der GKV Spitzenverband hat hier weitere Informationen zu diesem Thema veröffentlicht.

Sollten Sie Beratungsbedarf zu Einzelheiten des Antragsformulars haben, können Sie sich an unsere Betriebswirtschaftliche Beratung wenden.


6. Worauf muss ich aktuell bei meiner Patientenverfügung achten?
Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und die Fachgesellschaft Palliative Geriatrie haben zwei Handlungsempfehlungen veröffentlicht, die darauf vorbereiten sollen, dass in einer Krisensituation die Behandlungswünsche gar nicht oder nur unklar dokumentiert sind. Denn viele Patientenverfügungen halten nur fest, dass lebensverlängernde Maßnahmen abgebrochen werden sollen, wenn keine Hoffnung besteht, die Urteilsfähigkeit wieder zu erlangen. Diese Erkenntnis kann sich im Rahmen der Behandlung einer Coronaerkrankung jedoch erst nach mehreren Tagen Beatmung herausstellen.

Welche Aspekte bedacht und besprochen werden sollten, können sie den Handlungsempfehlungen entnehmen:

 

7. Gibt es eine Übersicht für die Maßnahmen bei einer Verdachtsabklärung?
Das RKI hat ein Flussschema entworfen, dem sehr übersichtlich die wichtigsten Schritte zu entnehmen sind. Dieses Schema finden sie hier.

Bitte beachten Sie, dass sich dieses Schema an Ärzte/Ärztinnen richtet. Die meisten Punkte in dieser Grafik sind jedoch allgemein gültig.
 

8. Was ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Schutzmasken?
Das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat ein Merkblatt veröffentlicht in dem die verschiedenen Arten von Schutzmasken und deren Funktion erläutert werden.

Dieses Merkblatt finden Sie hier.
 

9. Gibt es eine Möglichkeit bei eventuell anfallender Pressearbeit unterstützt zu werden?
Sie können sich gerne jederzeit mit ihren Fragen zu dieser Thematik an die Öffentlichkeitsarbeit  des Diakonischen Werks in Niedersachsen wenden. Dieser Bereich steht allen unseren Mitgliedseinrichtungen beratend zur Seite.

Einen ersten Leitfaden hierzu hat die Öffentlichkeitsarbeit hier bereits erstellt

 

10. Wie funktionieren die Wiederverwendung und Wiederaufbereitung von Schutzmasken?
Das Robert-Koch-Institut hat für die Wiederverwendung eine Anleitung für Einrichtungen erstellt. Diese finden Sie hier.          

Bezüglich der Wiederaufbereitung von Schutzmasken durch ein Hitzeverfahren haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem RKI, dem BfArM und dem IFA ein Dokument veröffentlicht, dem sie das entsprechende Verfahren entnehmen können.

!WICHTIG!
Die Wiederverwendung von FFP-Masken bzw. von Mund-Nasen-Schutz erfordert eine sichere Handhabung. Bei Nichteinhaltung steigt das Infektionsrisiko für Beschäftigte. Bitte beachten Sie, dass die Maßnahmen zur Wiederverwendung/Wiederaufbereitung daher nur auf ausgerufene Notfallsituationen anzuwenden sind, wenn FFP-Masken und/oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.


11. Wie wird aktuell mit der Investitionskostenförderung verfahren?    
Zu dieser Frage wird in Kürze ein Erlass der Landesregierung erwartet. Dieser sieht vor, dass trotz Schließung der Tagespflegeeinrichtungen die Investitionskostenförderung weiter gewährt wird. Ebenfalls sollen Finanzierungslücken, die durch COVID-19 entstanden sind, bei ambulanten Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Kurzzeitpflege ausgeglichen werden. Diese Förderungen werden wahrscheinlich im Rahmen der regulären Abrechnungsverfahren erfolgen.

Wenn hierzu Näheres feststeht, werden Sie an dieser Stelle die entsprechenden Informationen finden.


12. Welche allgemeinen Schutzmaßnahmen sollte ich ergreifen?
Die wichtigsten Maßnahmen finden Sie hier gut zusammengestellt im aktuellen Hygieneplan des niedersächsischen Gesundheitsministeriums.


13. Wie ist aktuell mit der Überschreitung von Arbeitszeiten der Mitarbeiter umzugehen?
Das BMG hat in Gesprächen mit dem Bundesarbeitsministerium bzgl. des Arbeitszeitgesetzes entschieden, dass tägliche bzw. wöchentliche Arbeitszeiten ohne Folgen für den Arbeitgeber überschritten werden können, um die Versorgung in Notsituationen aufrecht erhalten zu können.
Die Einzelheiten finden Sie unter den FAQs Arbeitsrecht.


14. Wer ist der Ansprechpartner in Niedersachsen, um Schutzmaterial aus der Lieferung des Bundesministeriums für Gesundheit zu erhalten?
Bedarfsträger wenden sich an ihren Landkreis, dieser wendet sich über die Ämter für Brand- und Katastrophenschutz an das Kompetenzzentrum MI.


15. Wo finde ich Informationen zu Coronavirus SARS-CoV-2 in anderen Landessprachen? 
Das mehrsprachige Informationsangebot der Bundesregierung zu Regelungen und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 finden Sie unter https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus 


16. Wie wird aktuell mit den Qualitätsprüfungen verfahren?
Bis zum 30.09. werden die Qualitätsprüfungen ausgesetzt. Anlassprüfungen können weiterhin durchgeführt werden.


17. Wie ist mit den Auszubildenden, die am 01.04. die Ausbildung beginnen, umzugehen?
Planen Sie bitte bereits am ersten Tag der Ausbildung eine umfassende Belehrung aller Schülerinnen und Schüler über Hygiene- und Schutzmaßnahmen ein, bevor der erste Kontakt mit pflegebedürftigen Personen erfolgt.

Zu dieser Thematik finden Sie hier ein offizielles Schreiben der LAG FW.


18. Was ist zu tun, wenn unter der Belegschaft ein Verdachtsfall bzw. eine bestätigte Infektion angezeigt wird? 
Da es sich um eine meldepflichtige Erkrankung handelt, ist unverzüglich das örtlich zuständige Gesundheitsamt zu informieren. Es wird empfohlen, dass die betroffene Person eine Liste der Kontaktpersonen bereithält, die untergliedert ist in drei Kategorien. Das RKI empfiehlt folgende Vorgehensweise Im Umgang mit den jeweiligen Personengruppen.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Dokumente_Tab.html


19. Muss der Pflegedienst einen Pandemieplan vorhalten? 
Ja, Informationsmaterial zur Erstellung eines Pandemieplans finden Sie hier: 
Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung
Pandemieplan Teil 1
 

20. Was ist zu tun, wenn in nicht ausreichender Menge Schutzkleidung, Atemmasken und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen?
Bei der Schutzausrüstung steht gegenwärtig die Beschaffung von Schutzmasken im Vordergrund. Derzeit ist leider davon auszugehen, dass es trotz aller Bemühungen zu Engpässen in der Versorgung mit Schutzmaterial kommt, da die Nachfrage derzeit weltweit größer ist als die Produktion und Vorräte hergeben. Das BMG empfiehlt, dass zwingend ressourcenschonende Empfehlungen zum Einsatz des Materials sowie die mögliche Nutzung von  Mehrwegartikeln mit entsprechender Reinigung/Desinfektion in den Blick genommen werden soll. 
Grundsätzlich sind die Apotheken, die auch selbst Desinfektionsmittel herstellen können und die örtlichen Gesundheitsämter Ansprechpartner bei einem Engpass.


21. Worauf sollte allgemein in den Haushalten hingewiesen werden?  
Aus gegebenem Anlass ist darauf hinzuweisen, dass Kunden und andere im Haushalt lebende Personen aufgefordert werden, den  Pflegedienst unverzüglich darüber zu informieren, wenn Haushaltsangehörige oder andere Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt wurden. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Pflegedienst rechtzeitig entsprechende Schutzausrüstung bei der Versorgung anlegt.


22. Wie ist aktuell die Vorgehensweise bei den Beratungsbesuchen nach §37 Abs.3 SGB XI?
Nach dem neu eingefügten § 148 SGB XI dürfen Pflegekassen das Pflegegeld nicht kürzen, wenn die Empfänger im Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 30.9.2020 keinen Beratungsbesuch nachweisen. Die Pflegekassen müssen dies ihren Versicherten in geeigneter Form mitteilen. Der Anspruch auf die Pflegeberatung nach § 37 Abs. 3 SGB XI wird damit nicht ausgesetzt. Pflegebedürftige können den Beratungsbesuch weiter abrufen. Die Abrechnung einer rein telefonischen Beratung ist bisher nicht möglich.


23. Mit welchen Maßnahmen kann die Versorgung der ambulanten Pflege sichergestellt werden?
Am 17.03. hat das niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Hinweise für zu treffende Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung veröffentlicht. In den Hinweisen finden Sie eine Zusammenstellung der Themen: Maßnahmen zum Schutz vor COVID-19 und empfohlene Maßnahmen für den Fall, dass Pflegebedürftige nicht mehr versorgt werden können. Zu der vom Ministerium empfohlenen Maßnahme, einen trägerübergreifenden Personaleinsatz zu erwägen, finden Sie hinsichtlich der arbeitsrechtlichen Fragen zum Thema Arbeitnehmerüberlassung Informationen unter den FAQs Arbeitsrecht.


24. Gibt es Schnelltests für COVID-19?
Gegenwärtig werden Schnelltests zu COVID-19 von einzelnen Firmen beworben. Wir weisen darauf hin, dass diese keine zuverlässigen Informationen bieten. Diese Bluttests beruhen auf dem Nachweis von Antikörpern, die jedoch erst nach 7 bis 14 Tagen sichtbar werden. Die Fachgesellschaften lehnen daher die Anwendung von Schnelltests zum Erkennen von COVID-19 ab und sehen weiterhin den direkten Erregernachweis per Abstrich auf PCR-basierten Verfahren als einzig zuverlässige Erkenntnisquelle an. Es handelt sich hierbei nicht um ein seriöses Angebot.

25. Wie kann ich die Arzneimittelversorgung sicherstellen?
Da sich weiter Lieferengpässe bei Arzneimitteln abzeichnen, die durch die Produktionskrise in China verstärkt werden könnten, empfehlen wir, dass die Dienste und Einrichtungen bei den Arztpraxen kurzfristig Rezepte über die für die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen im einzelnen erforderlichen Medikamente anfordern.


Hannover, 05.06.2020

Ansprechpersonen

#Referentin Pflege
Dagmar
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Dagmar Henseleit

Dagmar Henseleit

Referentin Pflege
Tel.: +495113604259
Fax: +49511360444256
E-Mail: dagmar.henseleit(at)diakonie-nds.de

#Referat Pflege

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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