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Vollstationäre Pflege

Wir sind uns bewusst, dass Sie und Ihre Mitarbeitenden momentan unter einer großen psychischen Belastung stehen.  Wenn Sie über das, was Sie beschäftigt und beunruhigt, sprechen möchten, stellen wir gern den Kontakt zu einer Pastorin und Supervisorin des DWiN her. Selbstverständlich ist dieses telefonische Seelsorgegespräch vertraulich. Bitte melden Sie sich, damit wir Ihnen die entsprechende Telefonnummer geben können.

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat einige vorhandene Informationen in einer Handreichung zusammengefasst. Diese Handreichung finden sie hier.
 

1. Gibt es eine Möglichkeit bei eventuell anfallender Pressearbeit unterstützt zu werden?

Sie können sich gerne jederzeit mit ihren Fragen zu dieser Thematik an die Öffentlichkeitsarbeit  des Diakonischen Werks in Niedersachsen wenden. Dieser Bereich steht allen unseren Mitgliedseinrichtungen beratend zur Seite.

Einen ersten Leitfaden hierzu hat die Öffentlichkeitsarbeit hier bereits erstellt.


2. Wie funktionieren die Wiederverwendung und Wiederaufbereitung von Schutzmasken?
Das Robert-Koch-Institut hat für die Wiederverwendung eine Anleitung für Einrichtungen erstellt. Diese finden Sie hier.          

Bezüglich der Wiederaufbereitung von Schutzmasken durch ein Hitzeverfahren haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem RKI, dem BfArM und dem IFA ein Dokument veröffentlicht, dem Sie das entsprechende Verfahren entnehmen können.

!WICHTIG!
Die Wiederverwendung von FFP-Masken bzw. von Mund-Nasen-Schutz erfordert eine sichere Handhabung. Bei Nichteinhaltung steigt das Infektionsrisiko für Beschäftigte. Bitte beachten Sie, dass die Maßnahmen zur Wiederverwendung/Wiederaufbereitung daher nur auf ausgerufene Notfallsituationen anzuwenden sind, wenn FFP-Masken und/oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.


3. Wie wird aktuell mit der Investitionskostenförderung verfahren?      
Zu dieser Frage wird in Kürze ein Erlass der Landesregierung erwartet. Dieser sieht vor, dass trotz Schließung der Tagespflegeeinrichtungen die Investitionskostenförderung weiter gewährt wird. Ebenfalls sollen Finanzierungslücken, die durch COVID-19 entstanden sind, bei ambulanten Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Kurzzeitpflege ausgeglichen werden. Diese Förderungen werden wahrscheinlich im Rahmen der regulären Abrechnungsverfahren erfolgen.
Wenn hierzu Näheres feststeht, werden sie an dieser Stelle die entsprechenden Informationen finden.
 

4. Wie ist aktuell die Aufnahme von neuen Bewohnern geregelt?   
Aufgrund der fachaufsichtlichen Weisung vom 30.03.2020 zum Runderlass des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 16.03.2020 gilt ein Aufnahmestopp         

  • für Heime nach § 2 Abs. 2 NuWG,  
  • für ambulant betreute Wohngemeinschaften nach § 2 Abs. 3 NuWG und für besondere Formen des betreuten Wohnens gem. § 2 Abs 4 NuWG 

und eine Ausweitung kontaktreduzierender Maßnahmen für ambulant betreute Wohngemeinschaften nach § 2 Abs. 3 NuWG und besondere Formen des betreuten Wohnens gem. § 2 Abs 4 NuWG sowie für ambulant betreute Wohngemeinschaften zum Zweck der Intensivpflege, die nicht in den Geltungsbereich des NuWG fallen.

Ausgenommen von diesem Aufnahmestopp sind Einrichtungen, in denen für neu aufgenommene Bewohnerinnen und Bewohner eine Separierung in Form einer Quarantäne für 14 Tage sichergestellt werden kann.

Ebenfalls ausgenommen sind Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen, die vorübergehend im Krankenhaus waren und in ihr Pflegeheim zurückkehren. Es wird aber empfohlen diese Bewohnerinnen und Bewohner nach ihrer Rückkehr für 14 Tage in einem Einzelzimmer zu isolieren.

Die komplette Weisung finden Sie hier.
 

5. Bis wann muss die Probeerhebung der indikatorenbasierten Qualitätsdaten  an die Datenauswertungsstelle übermittelt werden? Wie lange sind die Qualitätsprüfungen ausgesetzt?

Änderung in § 114b SGB XI zu der Indikatorenerhebung
Die im Oktober 2019 begonnene Einführung des neuen vollstationären Qualitätssystems ist insbesondere in der noch laufenden Einführungsphase mit einem gewissen Mehraufwand verbunden. Zur Entlastung der vollstationären Pflegeeinrichtungen in der akuten Pandemie-Situation werden daher die mit der Erhebung und Übermittlung der indikatorenbasierten Qualitätsdaten verbunden Fristen in § 114b Absatz 1 und 2 um jeweils sechs Monate verschoben. Die Einführungsphase endet nun am 31. Dezember 2020. Bis dahin sollen alle vollstationären Pflegeeinrichtungen eine Datenerhebung durchgeführt und an die Datenauswertungsstelle übermittelt haben. Die Veröffentlichung der Qualitätsdaten gemäß Qualitätsdarstellungsvereinbarung beginnt erst mit den ab dem 1. Januar 2021 durchzuführenden Datenerhebungen.

Änderung zu den Qualitätsprüfungen nach § 114 SGB XI
Die Regelprüfungen werden bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Nicht davon betroffen sind Anlassprüfungen, die weiterhin unangemeldet stattfinden können.

 

6. Welche Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung bei Nichtverfügbarkeit von persönlicher Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln werden empfohlen?
Der Schutz der Pflegekräfte und Pflegebedürftigen vor Infektionen hat oberste Priorität. Sollte deren Sicherheit durch das Fehlen von Schutzausrüstung oder Desinfektionsmittel nicht mehr gewährleistet sein, verständigen Sie rechtzeitig den örtlichen Krisenstab bzw. das örtliche Gesundheitsamt.

Das Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat mit Schreiben vom 27.03.2020 Hinweise an Pflegeeinrichtungen angesichts der Coronavirus-Pandemie an Pflegeeinrichtungen für den Fall gegeben, dass keine Schutzausrüstung oder Desinfektionsmittel mehr verfügbar sind. Die folgenden Maßnahmen werden empfohlen:

  • Indikationsgerechter Einsatz von Schutzausrüstung

Prüfen Sie kritisch, ob der Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) indikationsgerecht gemäß den in den Einrichtungen vorliegenden an Hygieneplänen erfolgt. (siehe auch Empfehlungen des NLGA auf der Homepage www.niedersachsen.de/Coronavirus unter dem Reiter „Hinweise für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Pflegedienste“)

  • Sparsamer Einsatz/Mehrfachverwendung von Schutzausrüstung

Unterweisen Sie alle Ihre Mitarbeitenden im sparsamen Einsatz und der Mehrfachverwendung von Schutzausrüstung gemäß den Empfehlungen des RKI. Die Empfehlungen des RKI finden Sie auf der Homepage www.niedersachsen.de/Coronavirus unter dem Reiter „Hinweise für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Pflegedienste“.

  • Prüfen aller Beschaffungswege

Fragen Sie z. B. auch bei Pflegediensten und Pflegeheimen im Umkreis an, ob dort noch Material verfügbar ist, das Ihnen abgegeben werden kann.

  • Beschaffung und Verwendung alternativer Schutzausrüstungen

Prüfen Sie, ob alternative Schutzausrüstungen beschafft werden können, beispielsweise sterilisierbare Mehrweg-OP-Kittel.
Das Tragen eines improvisierten oder behelfsmäßig aufbereiteten Mundschutzes kann erwogen werden, um die Keimbelastung in der Öffentlichkeit,
z. B. durch Tröpfchen beim Sprechen, insgesamt zu reduzieren.
 

7. Welche Maßnahmen zur Kontaktreduktion der Mitarbeitenden untereinander werden empfohlen?
Beschränken Sie Kontakte der Mitarbeitenden untereinander: Vermeiden Sie beispielsweise gemeinsame Pausen und führen telefonische statt persönliche Übergaben durch.

 

8. Welche Maßnahmen zur Kontaktreduktion zu Pflegebedürftigen werden empfohlen?
Prüfen Sie Ihre Ablauforganisation: Können spezialisierte Arbeitseinheiten gebildet werden? Gibt es Leistungen, die telefonisch erbracht werden können? Gibt es Möglichkeiten, Leistungen zu verschieben oder die Versorgung auf die dringend erforderlichen Maßnahmen zu beschränken?

 

9. Wie kann ich Anträge zur Absicherung der Erlösausfälle gem. § 150 Abs. 3 SGBXI stellen?
Am Freitag, den 27.03.2020 wird eine Vereinbarung durch den Bundesrat bezüglich der Kostenerstattung nach § 150 Abs 3 SGB XI beschlossen. Parallel wird an den Festlegungen des GKV-Spitzenverbandes nach § 150 Absatz 3 SGB XI zum Ausgleich der COVID-19 bedingten finanziellen Belastungen der Pflegeeinrichtungen (Kostenerstattungs-Festlegungen) gearbeitet.

Der GKV-Spitzenverband wird im Benehmen mit den Bundesvereinigungen der Träger ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen auf Grundlage des § 150 Absatz 3 SGB XI voraussichtlich am 27.03.2020 die Bestimmungen festlegen.

Das Bundesministerium für Gesundheit muss diesen Festlegungen zustimmen. Sowie uns die Informationen vorliegen, werden Sie zeitnah über ein Rundschreiben dazu durch den Bereich Recht und Betriebswirtschaft informiert. Anschließend werden sie die Informationen auch im FAQ des Bereichs Recht und Betriebswirtschaft finden können.

 

10. Was muss ein Pandemieplan enthalten?
Jede Einrichtung muss im Rahmen des Qualitäts- und Hygienemanagement einen aktuellen Pandemieplan vorhalten. Dieser wird derzeit auch von Heimaufsichten abgefragt. Ein Muster eines Pandemieplanes, den Sie an Ihre Einrichtung anpassen müssen, finden Sie hier.

 

11. Wie sollte ich mit Neuaufnahmen umgehen?
Das Sozialministerium bittet in seiner Empfehlung vom 20.03.2020, Patientinnen und Patienten aus Krankenhäusern bevorzugt aufnehmen. Die Krankenhäuser bereiten sich auf eine angespannte Versorgungslage vor. Vor diesem Hintergrund wird angeregt, dass ab sofort Patientinnen und Patienten, die aus den Krankenhäusern entlassen werden sollen, in den Pflegeheimen bzw. in die ambulante Betreuung bevorzugt aufgenommen werden. Nicht akute Aufnahmen aus der eigenen Häuslichkeit sollten hingegen (wenn immer möglich) aufgeschoben werden. So leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der bevorstehenden Krisenlage.

Aktualisierung vom 27.03.2020 des MS:
Pflegeanbieter sind weiter mit Nachdruck aufgefordert, Patientinnen und Patienten aus Krankenhäusern bevorzugt aufzunehmen. Denn die Krankenhäuser müssen Platz schaffen für die Behandlung von COVID-19-Erkrankten mit schwerer Symptomatik.
Einzelne Pflegeheime in Niedersachsen haben zuletzt Klinikpatientinnen und -patienten nicht aufgenommen, weil kein negativer Coronavirus-Testnachweis vorlag.
Es wird darauf hingewiesen, dass ein negatives Testergebnis keine Voraussetzung für die Aufnahme in ein Pflegeheim ist. Vielmehr ist die Einschätzung der entlassenden Klinikärztinnen und Klinikärzte ausschlaggebend. Sie können beurteilen, ob bei der Patientin oder dem Patienten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko vorliegt oder nicht. Im Zweifelsfall kann das örtliche Gesundheitsamt hinzugezogen werden.

 

12. Wie ist aktuell mit der Überschreitung von Arbeitszeiten der Mitarbeiter umzugehen?
Das BMG hat in Gesprächen mit dem Bundesarbeitsministerium bzgl. des Arbeitszeitgesetzes entschieden, dass tägliche bzw. wöchentliche Arbeitszeiten ohne Folgen für den Arbeitgeber überschritten werden können, um die Versorgung in Notsituationen aufrecht erhalten zu können.

 

13. Wie verläuft die telefonische Pflegebegutachtung zur Einstufung in einen Pflegegrad?
Eine stationäre Einrichtung berichtet über erste positive Erfahrungen mit der telefonischen Begutachtung durch den MDK. Die Begutachtung sei problemlos verlaufen, sei dabei allerdings mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden. Die Einstufung des Pflegegrades habe sich mit den Einschätzungen des Pflegepersonals gedeckt. Voraussetzungen für das neue  Begutachtungsprocedere sei eine aussagekräftige Dokumentation, in der der aktuelle Zustand des Pflegebedürftigen  durch die Fachkräfte beschrieben ist.

 

14. Wer ist der Ansprechpartner in Niedersachsen, um Schutzmaterial zu erhalten, falls es trotz aller Bemühungen nicht gelingt, selbst welche zu beschaffen? 
Ansprechpartner für Notfälle in Zusammenhang mit ausgehender Schutzausrüstung sind die örtlichen Katastrophenschutzbehörden in den Landkreisen / Krisenstäbe bzw. Gesundheitsämter.

 

15. Wo finde ich Infornationen zu Coronavirus SARS-CoV-2 in anderen Landessprachen?
Das mehrsprachige Informationsangebot der Bundesregierung zu Regelungen und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 finden Sie unter https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus  

 

16. Gibt es eine Corona Hotline für Fragen zum neuen Coronavirus SARS-CoV-2?
Die AOK und das Land Niedersachsen bieten gemeinsam mit dem Landesgesundheitsamt unter der telefonischen Servicenummer 0511 4505-555 in der Zeit von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr eine „Corona-Hotline des Landes Niedersachsen“ an. Expertinnen und Experten beantworten Ihre Fragen rund um den Gesundheitsschutz in Bezug auf den neuen Coronavirus SARS-CoV-2.  

 

17. Welche Regelungen bestehen bezüglich des Betretungsverbotes in stationären Pflegeeinrichtungen?
Durch fachaufsichtliche Weisung des Nds. Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 16.03.2020 wurde bestimmt, dass Besucherinnen und Besuchern das Betreten von Heimen für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderungen nach § 2 Abs. 2 NuWG zu untersagen ist. Dieses gilt nicht für Ärztinnen und Ärzte sowie für zur Pflege bestimmte Personen. Ausnahmen sind auch für Seelsorger und Pastoren, Urkundspersonen, Bestatter und Handwerker möglich, wenn deren Tätigkeiten nicht aufschiebbar sind.
Zur Klarstellung wurde festgelegt, dass zu den zur Pflege bestimmten Personen auch die übrigen Gesundheitsfachberufe zählen (u.a. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Podologen, Diätassistenten), sofern sie aufgrund ärztlicher Anordnung zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner in die Heime kommen und diese Maßnahmen aus ärztlicher Sicht dringend erforderlich und unaufschiebbar sind.

Es dürfen weiterhin Patienten mit ärztlicher Verordnung behandelt werden, wenn deren Behandlung nach Beurteilung der therapeutisch Behandelnden unaufschiebbar ist.
Ärztliche, psychotherapeutische und gesundheitsfachberufliche (z. B. Physiotherapie, Ergotherapie) Leistungen sind also weiterhin erlaubt, wenn sie „medizinisch dringend erforderlich“ sind. Sie dürfen erbracht werden, wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind:
Es liegt ein von einem Arzt ausgestelltes Rezept vor und die Behandlung ist nach Beurteilung des therapeutisch Behandelnden unaufschiebbar.

Dabei sind strenge Hygienemaßnahmen zu ergreifen, damit eine Übertragung des Coronavi-rus auf Bewohnerinnen und Bewohner verhindert wird. Weitere Hinweise dazu finden Sie auf www.niedersachsen.de/Coronavirus unter den Hinweisen für die Pflege.


18. Dürfen Bewohnerinnen und Bewohner die Einrichtung verlassen?
Appellieren Sie an die Bewohnerinnen und Bewohner, die Einrichtung und das dazugehörige Außengelände nicht zu verlassen
Bewohnerinnen und Bewohner sollten nicht von ihren Angehörigen nach Hause geholt wer-den oder selbst Einkäufe erledigen. Ein Verlassen des Geländes sowie ein enger Kontakt zu externen Personen und Gruppen sollte unbedingt vermieden werden. Gegenüber Angehörigen kann u.a. auf die Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Mittwoch verwiesen werden, wonach nun das Abstandhalten das größte Zeichen von Solidarität und Nächs-tenliebe gegenüber den besonders gefährdeten Menschen ist.


19. Wie kann ich mich auf den Personalausfall in der Küche vorbereiten?
Sollte das Küchenteam wegen eines Verdachtsfalles oder Infektionsfalles komplett ausfallen muss eine Ersatzmannschaft organisiert werden. Versuchen Sie prophylaktisch Cateringdienste, Hotels, Restaurants und Partydienste zu kontaktieren, ob diese im Notfall bereit wären, ihre Küche zu übernehmen. Gehen Sie Ihre Mitarbeitenden durch, ob ggf. Qualifikationen oder Fähigkeiten vorhanden sind, die im Bereich der Küche im Notfall eingesetzt werden könnten.


20. Müssen beide Eltern in einem systemrelevanten Beruf arbeiten, um Anspruch auf Notbetreuung geltend zu machen?  
Hier hat eine Aufweichung der Regelung stattgefunden. Die leitende Aussage hierzu lautet jetzt: „Es sollen daher alle Erziehungsberechtigten eines Kindes mindestens einer der Ausnahmefallgruppen zuzuordnen sein…“. Zuvor stand in diesem Satz das Wort „müssen“. Diese Änderung ermöglicht nun Einzelfallentscheidungen vor Ort.


21. Wie ist mit den Auszubildenden, die am 01.04. die Ausbildung beginnen, umzugehen?
Planen Sie bitte bereits am ersten Tag der Ausbildung eine umfassende Belehrung aller Schülerinnen und Schüler über Hygiene- und Schutzmaßnahmen ein, bevor der erste Kontakt mit pflegebedürftigen Personen erfolgt. Ein offizielles Schreiben mit weiteren Informationen wird an dieser Stelle, nach Abstimmung in der LAG FW bereitgestellt.

Zu dieser Thematik finden Sie hier ein offizielles Schreiben der LAG FW.


22. Wo erhalte ich Informationen bzw. welche sollte ich besonders beachten?
Sie erhalten derzeit viele unterschiedliche Informationen von mehreren Adressaten. Diese sind wie folgt zu filtern:

  • direkte Informationen der örtlichen Behörden (örtliches Gesundheitsamt und zuständige Heimaufsicht)

Den Anweisungen der örtlichen Behörden ist in jedem Fall Folge zu leisten


23. Welche allgemeinen Schutzmaßnahmen sollte ich ergreifen?
Die wichtigsten Maßnahmen finden Sie hier gut zusammengestellt im aktuellen Hygieneplan des niedersächsichen Gesundheitsministeriums.


24. Darf ich meine Einrichtung schließen?
Grundsätzlich nicht.
Es sind bezüglich Betretungsverboten von stationären Pflegeeinrichtungen die Anweisungen der örtlichen Behörden zu befolgen.
Mit der Fachaufsichtlichen Weisung vom 16.03.2020 des Sozialministeriums an die Nds. Landkreise, kreisfreien Städte, Region Hannover wurden die erforderlichen Maßnahmen zur Durchsetzung von generellen besuchs- bzw. Betretungsverboten für Heime für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen oder Menschen mit Behinderungen nach §2 Abs. 2 NuWG getroffen.

Danach sind von den Besuchsverboten nahestehende Personen von palliativmedizinisch versorgten Bewohnerinnen und Bewohnern ausgenommen. Weitere Ausnahmen können im Einzelfall für Seelsorger oder Urkundspersonen unter Auferlegung der erforderlichen Verhaltungsmaßregeln zugelassen werden.
Behandelnde Ärzte und die zur Pflege bestimmten Personen haben selbstverständlich freien Zutritt. 


25. Soll ich Sozialkontakte im Betrieb reduzieren?
Wir empfehlen die

  • Überprüfung aller internen Prozesse im Hinblick auf kontaktreduzierende Maßnahmen
  • Prüfung, ob einzelne Mitarbeitende (z.B. in der Verwaltung ins Mobile Office wechseln können)
  • Veranstaltungen mit Externen grundsätzlich abzusagen
  • interne Veranstaltungen (z.B.: Gruppenveranstaltungen, Gottesdienste/Andachten absagen; bzw. falls möglich ohne Bewohnerbeteiligung stattfinden lassen und in Bewohnerzimmer übertragen.
  • Nach Möglichkeit Bereiche schaffen bzw. einrichten, um positiv getestete und Verdachtsfälle isolieren zu können. Personal in den Bereichen strikt trennen.


26. Sollen auch Gruppenaktivitäten in den Wohnbereichen eingeschränkt werden?
Wir empfehlen Ihnen, 

  • den Bewohnerinnen und Bewohner nach Möglichkeit den Aufenthalt in ihren Zimmern zu empfehlen
  • Mahlzeiten in den Zimmern zu servieren
  • dass Mitarbeitende des Begleitenden Dienstes vorübergehend nur Einzelbetreuung anbieten
  • eine Prioritätenliste für die pflegerische Versorgung bewohnerbezogen in den Wohnbereichen aufzustellen, um Personalengpässe besser managen zu können
  • die Heimaufsicht zu informieren.
     

27. Was muss ich beim Einsatz von Ehrenamtlichen bedenken?
Für ehrenamtliche Mitarbeitende sind umgehend gesonderte Infektionsschutzbelehrungen mit einer Risikoaufklärung durchzuführen.


28. Was melde ich der Heimaufsicht und dem Gesundheitsamt?
Die Heimaufsicht ist in alle relevanten Prozesse in Bezug auf das aktuelle Corona-Krisenmanagement durch entsprechende Informationen einzubeziehen
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen, der Heimaufsicht mindestens zu melden:
i. Sämtliche organisatorische Änderungen, die den üblichen Versorgungsumfang der Bewohnerinnen und Bewohner ändern bzw. einschränken
ii. drohenden und bestehenden Versorgungsnotstand 
iii. Engpass bzw. nicht vorhandene Schutzausrüstung
iv. Verdachtsfälle und bestehende Corona-Infektionsfälle bei Personal und Bewohnerinnen und Bewohner
 

29. Was kann ich bei der Dienstplangestaltung beachten?
Ggf. kann neben der Aufstellung von Notfalldienstplänen organisiert werden, dass die Einsatzzeiten über eine längere Zeit zu ziehen sind, um einen 14 tägigen Zeitraum von Dienst und Frei zu organisieren.


30. Was kann vorausschauend getan werden?
Noch nicht zu Ende gedacht: Es könnte eine vorausschauende Aktion gestartet werden, um Angehörige, sonstige Kontaktpersonen der Einrichtung, Personen aus dem Umfeld/der Nachbarschaft und der Kirchengemeinde zu befragen, ob eine grundsätzliche Bereitschaft besteht, bei extremer Versorgungsgefährdung in der Einrichtung zu helfen. So könnte ggf. eine Telefon- / Kontaktliste erstellt werden, um im Bedarfsfall eine weitere Unterstützung in der Reserve zu haben.


31. Wie verhalte ich mich, wenn die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner gefährdet ist?       
Am 17.03.2020 wurden „Hinweise für Pflegeheime zum Thema „Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung“ vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gegeben.  
     
In diesen Hinweisen sind unter den Überschriften Hinweise für zu treffende Maßnahmen zusammengestellt.

  • Maßnahmen zum Schutz vor COVID-19 in der Pflege
  • Empfohlene Maßnahmen für den Fall, dass Pflegebedürftige nicht mehr versorgt werden können.         
     

Zu den empfohlenen Maßnahmen für den Fall, dass Pflegebedürftige nicht mehr versorgt werden können finden Sie Antworten auf folgende Fragen:

  • Wer ist zu verständigen?
  • Welche Vorgaben gibt es in einer Notsituation bezüglich der Personalstärke?
  • Welche Maßnahmen können ergriffen werden?


32. Wie wird aktuell mit den Pflegebegutachtung durch den MDK verfahren?       
Unter Abwägung der aktuellen Situation und zum Schutz der Versicherten und der Mitarbeitenden hat der MDK Niedersachsen die Pflegebegutachtung als persönliche Begutachtung mit sofortiger Wirkung eingestellt, um die durch das Corona-Virus entstehenden gesundheitlichen Risiken für die Versicherten, die Pflegepersonen und die Gutachter*innen, zu minimieren. 

Vor diesem Hintergrund wird die Begutachtungspraxis in der Einzelfallbegutachtung folgendermaßen umgestellt:

Es werden grundsätzlich keine Pflegebegutachtungen vor Ort beim Versicherten durchgeführt. Stattdessen werden die Gutachter*innen den Versicherten, die Pflegepersonen und die gesetzlichen Betreuer/Bevollmächtigte anrufen und ihnen für eine Gutachtenerstellung relevante Fragen in Form eines strukturierten Interviews stellen. In die gutachterliche Empfehlung werden alle vorliegenden Unterlagen der Pflegekasse, ggf. vorhandene zusätzliche Informationen sowie die MDK-Vorgutachten einbezogen.

Zusätzlich wird ein Fragebogen an alle antragstellenden Personen oder Bevollmächtigten/Betreuer verschickt. Die Antworten sollen die Befunderhebung deutlich erleichtern und die Gutachter*innen bei der Durchführung der Begutachtung unterstützen.

Mit der Umstellung sollen einerseits die Infektionsrisiken gemindert und andererseits die Pflegebegutachtungen aufrechterhalten werden.


33. Gibt es Schnelltests für COVID-19?
Gegenwärtig werden Schnelltests zu COVID-19 von einzelnen Firmen beworben. Wir weisen darauf hin, dass diese keine zuverlässigen Informationen bieten. Diese Bluttests beruhen auf dem Nachweis von Antikörpern, die jedoch erst nach 7 bis 14 Tagen sichtbar werden. Die Fachgesellschaften lehnen daher die Anwendung von Schnelltests zum Erkennen von COVID-19 ab und sehen weiterhin den direkten Erregernachweis per Abstrich auf PCR-basierten Verfahren als einzig zuverlässige Erkenntnisquelle an. Es handelt sich hierbei nicht um ein seriöses Angebot.


34. Wie kann ich die Arzneimittelversorgung sicherstellen?
Da sich weiter Lieferengpässe bei Arzneimitteln abzeichnen, die durch die Produktionskrise in China verstärkt werden könnten, empfehlen wir, dass die Dienste und Einrichtungen bei den Arztpraxen kurzfristig Rezepte über die für die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen im einzelnen erforderlichen Medikamente anfordern.


Hannover, 03.04.2020

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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