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Prof. Dr. Stephan G. Humer, Hochschule Fresenius (Berlin), hält den Eröffnungsvortrag beim Fachtag zur Digitalisierung in der diakonischen Beratungsarbeit.
Prof. Dr. Stephan G. Humer, Hochschule Fresenius (Berlin), hält den Eröffnungsvortrag beim Fachtag zur Digitalisierung in der diakonischen Beratungsarbeit.

Bluescreen statt Yuccapalme

Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet voran. Auch das Arbeitsleben ist davon betroffen. Wie diakonische Beratungsstellen sich darauf einstellen sollten, welche Risken die Digitalisierung mit sich bringt und wie sich die Arbeit vor Ort ändern könnte, darüber diskutierten am Donnerstag in Hannover Mitarbeitende aus Beratungsstellen der niedersächsischen Diakonie.

In seinem Impulsvortrag skizzierte Prof. Dr. Stephan G. Humer, Internetsoziologe an der Hochschule Fresenius (Berlin), den Stand des digitalen Wandels in Deutschlands und konstatierte: „Wir haben keine technischen Probleme und auch keine rechtlichen. Was wir brauchen, ist die Verbindung zwischen Technik und Sozialem!“

Die Debatte über die Risken der Digitalisierung habe in Deutschland zu lange im Vordergrund gestanden und blockiere Entwicklungen, die anderenorts längst vollzogen seien. Er appellierte an die Fachtagsteilnehmenden, sich nicht von den Herausforderungen abschrecken zu lassen. Es sei wichtig, dass man die notwendigen Veränderungen nicht einfach den IT-Abteilungen überlasse, in denen Spezialisten für Programmierung, aber nicht für inhaltliche Fragen säßen. „Gestalten Sie mit!“

„Welche Veränderungen können wir uns vorstellen?“, hatte Birgit Wellhausen, Bereichsleiterin Beratung und Gemeinwesenarbeit, zuvor in ihrer Begrüßung gefragt. Bisher seien beispielsweise Beratungsräume so gestaltet, dass eine angenehme und geschützte Atmosphäre entstünde. „Werden wir die klassische Yuccapalme gegen einen Bluescreen für die Online-Beratung austauschen?“, spitzte Wellhausen zu, und ermutigte, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Am Nachmittag des Fachtages erläuterte Oberlandeskirchenrätin Annegret von Collande Grundsätze des Datenschutzes und des Medienrechts. Neben Informationen zum kirchlichen Datenschutzrecht gab Collande Tipps zu alternativen Messenger-Diensten und warb für mehr Datensparsamkeit.

Der Fachtag war der dritte Teil einer Veranstaltungsreihe zur Digitalisierung in der diakonischen Beratung. Am 28. Oktober folgt die Abschlussveranstaltung mit einer „Denkwerkstatt“ zur Weiterentwicklung der Digitalisierung in diakonischen Einrichtungen.

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