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Blauer Hintergrund mit weißen Kreis. Davor sitz auf einem Tisch Pipi Langstrumpf.
Foto: Christoph Ricker

Andacht zum Wochenstart

Mal etwas Anderes: Pippi Langstrumpf wird 75. Jedem, dem das bewusst wird, wird aufgehen, wie revolutionär es war, im Jahr 1945 (!) so ein Buch zu veröffentlichen. Die Geschichten, erfunden mitten im Krieg. Das Mädchen entspricht in keiner Weise den Vorstellungen der damaligen Zeit.

Pippi Langstrumpf - rote Haare, Sommersprossen, frech, selbstständig und stark. Ausreißen von Zuhause, Rebellion gegen Regeln, in nichts zu bremsende Ideen. Abenteuer, Freundschaft, Fantasie. Was habe ich diese Geschichten geliebt! Und meine Kinder haben sie geliebt wie Millionen andere Kinder auch.

Erfunden hat Pippi Langstrumpf übrigens nicht Astrid Lindgren, sondern ihre damals siebenjährige Tochter Karin, als sie mit einer Lungenentzündung im Bett lag. Astrid Lindgren erzählte ihrer Tochter zur Aufmunterung Geschichten. Was auch sonst? „Heute sollst du mir von Pippi Langstrumpf erzählen“, sprudelte es eines Abends aus ihr heraus. Und Astrid Lindgren erzählte. Tagelang. Bis ihre Tochter wieder gesund war. Zunächst wusste Astrid Lindgren ja selbst gar nicht, wer Pippi Langstrumpf ist. Aber dass ihr krankes Kind Geschichten braucht, die in ihr alles wecken, was stark, widerstandsfähig und lebendig macht, das wusste sie. Und wenn man einen Menschen an seiner Seite hat, der Pferde in die Luft stemmen kann, dann wird man selber stark.

Vielleicht hat Astrid Lindgren sich diese Geschichten auch ein bisschen selbst erzählt. Nicht alles war in ihrem Leben einfach gewesen. Aber Astrid Lindgren war eine starke Frau und hatte klare Bilder im Kopf, wie das Leben aussehen sollte und was die Welt braucht, damit sie wird, wie sie sein sollte. Zeit ihres Lebens setzte sie sich für Menschen-, Frauen- und Kinderrechte ein, kämpfte für eine gewaltfreie Erziehung, Freiheit und Frieden. Ihren Humor und ihre verrückten Ideen bewahrte sie sich bis ins hohe Alter, bis sie vierundneunzigjährig starb. An den Folgen einer Virusinfektion.
Ihre Stärke führt Astrid Lindgren darauf zurück, dass sie eine Kindheit hatte, in der sie vor allem zwei Dinge erfuhr: Geborgenheit und Freiheit. Und drittens einen Glauben, der ihr half, immer auf das Gute zu hoffen.

Die Geschichte von Pippi Langstrumpf ist eine Fantasiegeschichte. Kein Mädchen der Welt kann mit seinen bloßen Armen ein Pferd in die Luft stemmen. Und doch verändern Geschichten wie diese die Wirklichkeit von Kindern. Sie zeigen, dass mehr möglich ist, als wir meinen. Sie machen Mut.
Das ist mit den Geschichten in der Bibel nicht anders. Selbst in ausweglosen Situationen geben sie Kindern und Erwachsenen Hoffnung: Was auch immer geschieht, es wird gut. Ohne den Glauben daran, dass das Gute sich durchsetzt, erscheinen auch die Geschichten der Bibel nur als „ausgedacht“. Aber im Unterschied zu Pipi Langstrumpf bauen sie auf eine Macht, die unendlich viel stärker ist als die Kraft eines neunjährigen Mädchens. Auf Gott, der mit seiner Liebe sogar den Tod besiegt. Wenn man das glaubt, dann schaffen Gottes Geschichten eine neue Wirklichkeit. Gerade auch gegen die Angst.
Denn „Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Tim. 1,7)
Amen

Helke Ricker

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