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Foto: Michael Wallmüller
Foto: Michael Wallmüller

Armut

Aktionsplan gegen Armut

In keinem anderen vergleichbaren Industrieland ist die Mittelschicht in den vergangen 25 Jahre so stark geschrumpft wie in Deutschland. Die Ergebnisse der gemeinsamen Studie „Bröckelt die Mittelschicht?“ (2021) der Bertelsmann Stiftung und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind alarmierend. Zwischen 2014 und 2017 rutschte jede*r Fünfte aus der mittleren in die untere Einkommensschicht ab. Hinzu kommt, dass ein Aufstieg in die Mittelschicht immer schwieriger wird. Das Gefühl des “Abgehängt seins” von einem guten Leben in der Mitte der Gesellschaft verfestigt sich und führt bei Menschen zu dem Eindruck, nicht mehr dazu zu gehören.

Die soziale Lage hat sich auch in Niedersachsen verändert und das nicht erst seit der Coronapandemie.
In Niedersachsen befindet sich die Armut auf einem Rekordhoch. Mit 17 Prozent lag die Armutsgefährdungsquote 2020 auf einem bis dahin nie dagewesenen Niveau. Von Armut besonders stark betroffen sind Kinder und Jugendliche. Gut 23 Prozent der unter 18-Jährigen in Niedersachsen sind armutsgefährdet. Das sind etwa 300.000 Kinder und Jugendliche. Armutsrisiken sind dabei vielfältig und werden sich durch die geopolitischen Spannungen sowie die dadurch zu erwartenden Preissteigerungen in allen Lebensbereichen weiter verschärfen. Neben dem sozialen Status der eigenen Familie spielen die jeweiligen Bildungschancen und die Nationalität eine wesentliche Rolle.

Deshalb fordern wir für Niedersachsen einen Aktionsplan gegen Armut.

Kinderarmut durch Bildungsangebote gezielt entgegenwirken

Kinder müssen einen eigenständigen Weg, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern, gehen können. Ganzheitliche Bildungsangebote und gesellschaftliche Unterstützungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel lebensweltnahe Beratung und Begleitung von Familien, zusätzliche Ressourcen für mehr Bildungsgerechtigkeit und eine Förderung ohne Stigmatisierung tragen dazu bei, dass Chancengerechtigkeit und Teilhabe für Kinder
möglich werden.

  • Kitas zu Familienzentren ausbauen
  • Sozialindex für Kitas und Schulen einführen
  • Lernmittelfreiheit für Schüler*innen ermöglichen
  • Ganztagsschule als Regelangebot etablieren
  • Mentoringprogramme an Schulen und
  • Hochschulen initiieren
  • Kindergrundsicherung einführen und weiterentwickeln
  • Schnelles Internet und digitale Leihgeräte für Einrichtungen der Jugendsozialarbeit sowie für Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung
  • stellen
  • Familienbildungsangebote finanziell stärken und ausbauen
  • Kostenlosen Nahverkehr für alle Kinder und Jugendlichen einführen
  • Auskömmliche Landesfinanzierung für die Jugendwerkstätten schaffen
  • Gesundes und nachhaltiges Essen in Kitas und Schulen anbieten

Soziale Angebote stärken

Der Weg in Armut ist oft ein schleichender Prozess, der durch flächendeckende soziale (Beratungs-)Angebote verhindert werden könnte. Gerade Menschen, die von Armut betroffen sind, werden durch verschiedene soziale Beratungsstellen bei ihren täglichen Herausforderungen unterstützt. Schwerpunkt der Unterstützung ist dabei Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

  • Kostenlosen Zugang zur Sozialen Schuldnerberatung für Menschen in Überschuldungssituationen ermöglichen
  • Verlässliche Beratungsstrukturen auskömmlich finanzieren
  • Suchthilfe als staatliche Pflichtleistung einführen
  • Wohnungspolitik anhand nachhaltiger und sozialer Kriterien gestalten
  • Sozialraumorientierte Quartiersentwicklung ausbauen
  • Besseren und bezahlbaren ÖPNV ermöglichen, insbesondere im ländlichen Raum

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 16 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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