^
Navigation öffnen
Foto: Michael Wallmüller
Foto: Michael Wallmüller

Digitalisierung

Digitalisierungspakt für die Sozialwirtschaft

Wie jede andere Wirtschaftsbranche steht auch die Sozialwirtschaft vor der Herausforderung, die Digitalisierung der Arbeit strukturiert und strategisch umzusetzen. Die Erfordernisse der Pandemie haben zwar in einigen Bereichen vieles beschleunigt. Von einer umfassenden Digitalisierung der Sozialwirtschaft sind wir in Niedersachsen dennoch weit entfernt.

Was wir erlebt haben, kann eher als „Homeoffice-Boost“ kategorisiert werden. Zwar erleichtern Videokonferenzen und mobiles Arbeiten die Einführung
von agilen Arbeitsformen, diese betreffen aber hauptsächlich den administrativen Bereich der sozialen Arbeit und nicht die sozialen und pflegerischen Dienstleistungen.

Finanzierung auf sichere Beine stellen

Das Hauptproblem der meisten Träger der Freien Wohlfahrtspflege liegt bei der Digitalisierung nicht an dem fehlenden Digitalisierungswillen, sondern an der besonderen Finanzierungsstruktur des Sektors. Soziale Arbeit orientiert sich nicht an einer maximalen Gewinnererreichung. Eine Rücklagenbildung ist im Vergleich zur privaten Wirtschaft nur eingeschränkt möglich. Durch die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit und den Preisdruck sind Leistungsentgelte häufig so knapp bemessen, dass wichtige und langfristig angelegte Investitionen kaum möglich sind. Die bisherigen
Leistungsentgelte berücksichtigen derzeit in keinem Hilfefeld neue Technologien. Zusätzliche Fördermöglichkeiten analog zur Wirtschaftsförderung
sind erforderlich und müssen entwickelt werden. Auch der Wissensaustausch zwischen privater und sozialer Wirtschaft muss gefördert werden, um Synergien zu schaffen und innovative Lösungen entwickeln zu können.

  • Infrastrukturfonds für die Digitalisierung einrichten
  • Flexible finanzielle Förderungen ermöglichen
  • Förderungsbedingungen nicht an KMU-Kriterien ausrichten
  • Privatwirtschaftliche Förderprogramme für Innovation und Digitalisierung für die Sozialwirtschaft öffnen
  • Kompetenzzentrum Digitalisierung für die Sozialwirtschaft gründen

Digitale Unterstützungs- und Beratungsleistungen ausbauen

Sowohl die Coronapandemie als auch der Krieg in Europa zeigen: Fake News, fehlende Aufklärung, fragwürdige Informationskanäle - sei es bei Telegram, YouTube oder Spotify - haben Einfluss auf das Vertrauen in Demokratie, Wissenschaft und Politik. Aufklärung im digitalen Raum ist eine wesentliche Herausforderung für die demokratische Entwicklung unserer Gesellschaft.

Wie sich Menschen informieren oder sich Hilfe organisieren, hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Über die Suchfunktion von Google oder YouTube werden Antworten auf konkrete Fragestellungen gesucht. Oftmals genügen die dort zu findenden Antworten jedoch nicht den fachlichen und wissenschaftlichen Standards.

Der digitale Raum ist eine etablierte Erfahrungswelt, in der sich Menschen aufhalten, ihre Freizeit verbringen, Sorgen und Nöte äußern oder genauso Ausgrenzung erfahren wie in der analogen Welt. An dieser Stelle kommt den Wohlfahrtsverbänden mit ihren Beratungs- und Unterstützungsleistungen eine große Rolle zu. Sie müssen ihre Angebote in den digitalen Raum ausweiten können und dort mit ihren qualitativ hochwertigen Angeboten auffindbar sein.

  • Refinanzierungsmodelle für digitalisierte Unterstützungs- und Beratungsleistungen einführen
  • (Weiter-)Bildungsmöglichkeiten zum Umgang mit Herausforderungen der Digitalisierung fördern
  • Digitale Angebote auf kommunaler oder Landesebene niedrigschwellig und leicht verständlich umsetzen

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 16 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

Seite empfehlen

Füllen Sie die Felder aus, und klicken Sie auf Senden, um diese Seite weiterzuempfehlen!

Code