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Foto: Michael Wallmüller
Foto: Michael Wallmüller

Fachkräftegewinnung

Innovative Strategien zur Fachkräftegewinnung

Der Fachkräftemangel - auch in sozialen Berufen - stellt die niedersächsische Gesellschaft sowie die Wirtschaft gleichermaßen vor große Herausforderungen. In der Pflege sowie in Kitas oder den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ist der Fachkräftemangel gravierend.

Nicht erst seit der Coronapandemie verlassen Fachkräfte den Sozial- und Pflegebereich. Fehlende Anerkennung der fachlichen Expertise, schwierige Arbeitsbedingungen und die daraus resultierende fehlende Zeit für Patient*innen oder die in nicht tarifgebundenen Systemen oftmals nicht angemessene Bezahlung werden seit langem beklagt.

Um die Situation in sozialen, pflegerischen und pädagogischen Berufen zu verbessern, müssen innovative Lösungen gefunden werden. Menschliche
Zuwendung, die den Beruf für Viele ausmacht, muss systemisch gefördert werden. Der Mensch, mit seiner individuellen Bedarfslage, muss wieder in den Mittelpunkt des Handelns gestellt werden. Der Fokussierung auf Wettbewerb und Ökonomisierung der Pflege muss Einhalt geboten werden.

Verbesserung der Rahmenbedingungen der Berufe in der Freien Wohlfahrtspflege

Soziale Berufe brauchen attraktive Arbeitsbedingungen, tarifgerechte Entlohnung sowie Möglichkeiten zum Quereinstieg und zur beruflichen Weiterentwicklung im Hilfefeld. Dabei spielen (Teil-)Anerkennungsmöglichkeiten von fachfremden Qualifikationen - auch aus dem Ausland - eine große Rolle.

  • Zahlung eines attraktiven Ausbildungsgehalts ermöglichen
  • Tarifliche Entlohnung in allen sozialen Berufen festlegen
  • Flexibilität, Durchlässigkeit und (Teil-)Anerkennungsmöglichkeiten von ‚fachfremden‘ Ausbildungen ermöglichen
  • Anerkennung internationaler Abschlüsse vereinfachen und beschleunigen
  • Ethisch reflektierte und verantwortungsbewusste Einwanderungspolitik zur Fachkräftegewinnung ermöglichen
  • Duale Studienplätze „Soziale Arbeit“ an staatlichen Hochschulen ausbauen
  • Finanzielle Förderung für die Studierenden erhöhen
  • Schulgeldfreiheit für die Heilerziehungspflege gesetzlich festschreiben
  • Akademische Abschlüsse fördern, um Case- und Caremanagement weiter zu professionalisieren und Pflege zu einem attraktiven Berufsbild auszubauen

Fast Track Lane

Ausbildungskapazitäten erhöhen

Um dem Fachkräftemangel begegnen zu können, müssen nicht nur die beruflichen Rahmenbedingungen verbessert werden, sondern auch die Ausbildungskapazitäten in sozialen, pädagogischen oder pflegerischen Berufen schnell erhöht werden. Dies kann unter anderem durch die Neustrukturierung des Ausbildungsgangs von Berufsschullehrer*innen ermöglicht werden, indem dieser attraktiver gestaltet wird. Deshalb fordern wir eine „Fast Track Lane-Initiative“, um die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen.

  • Die angehenden Berufsschullehrer*innen werden während der Ausbildungszeit entlohnt
  • Die Ausbildung findet praxisnah statt
  • Das erste Ausbildungsjahr wird praxisorientiert mit theoretischen Schulungsphasen gegliedert
  • Im zweiten Ausbildungsjahr übernehmen die angehenden Berufsschullehrer*innen eigenständige Unterrichtseinheiten
  • Durch Schulungsblöcke erlangen sie weiter theoretisches Wissen
  • Mentor*innen begleiten die angehenden Berufsschullehrer*innen in ihrem Schulalltag
  • Im dritten Ausbildungsjahr werden sie Vollzeit als Berufsschullehrer*in eingesetzt

Freiwilligendienst zur Fachkräftegewinnung nutzen

Der Freiwilligendienst ermöglicht Einblicke in die Arbeitsbereiche sozialer Arbeit. Die Qualität des Freiwilligendienstes ist jedoch je nach Einsatzstelle unterschiedlich. Diese Qualitätsunterschiede haben oftmals Auswirkungen auf das Image dieser Berufsfelder.

Häufig werden gute Erfahrungen während des Jahres gemacht, z.B. durch eine gute fachliche Begleitung, einen professionellen Umgang mit Patient*innen oder Klient*innen sowie das Identifizieren von Entwicklungschancen in diesem Berufsfeld. Genau dies kann dazu beitragen, dass die Attraktivität des Berufsfeldes steigt und sich mehr Menschen für einen sozialen Beruf entscheiden.

  • Landeseinheitliche Qualitätsstandards für Träger von Freiwilligendiensten einführen
  • Kostenfreies ÖPNV Ticket für FSJler*innen einführen
  • Wohngeldanspruch ermöglichen
  • Von Rundfunkgebühren befreien
  • Angemessenes Taschengeld gesetzlich festlegen
  • Finanzierung für die Bereitstellung ausreichender Plätze sicherstellen
  • Bekanntheitsgrad des Freiwilligendienstes durch eine zielgruppenspezifische Kampagne erhöhen

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 16 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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