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Kleiner Raum mit drei Betten. Frau und zwei Kinder sitzen vor dem Fernseher.
Foto: Hermann Bredehorst

Diakonie in Niedersachsen: asylsuchende Menschen verteilen - schutzbedürftige Kinder aufnehmen

In den Erstaufnahmeeinrichtungen Niedersachsens leben ca. 3.500 Asylsuchende, davon knapp 750 Menschen im Dublin-Verfahren. Dazu kommen noch einige Spätaussiedler*innen. Sie leben in Familien- oder Mehrbettzimmern und werden über eine Mensa mit Essen versorgt. Da viele hundert Menschen in einer Erstaufnahmeeinrichtung leben und sich wie in einer großen Jugendherberge Räume teilen, braucht es besondere Schutzmaßnahmen: Essen nach Schichtplan, geschlossene Spielräume oder Freizeiteinrichtungen, reduzierte Beratung durch Sozialdienst, Amt oder Wohlfahrtspflege.

„Es ist beeindruckend, wie Wohlfahrtspflege und öffentliche Hand in dieser angespannten Zeit trotzdem Begleitung, Beratung und Versorgung zu leisten versuchen. Die sozialen Dienste sind über alternativen Wegen wie Mail oder Telefon ansprechbar, der Sprachmittler wird gegebenenfalls in eine Telefonkonferenz dazugeschaltet. Der Appell, soziale Kontakte zu reduzieren, offenbart aber auch die Grenzen des Machbaren: Auch wenn das Essen nach Schichtplan ausgegeben wird, wo hält man sich den ganzen Tag auf? Der Spielplatz im Ort ist geschlossen, die Kinderbetreuung in der Einrichtung ebenso. Das eigene Zimmer von 8 qm bietet wenig Chancen auf Ausgleich.“ So Hans- Joachim Lenke, Vorstandsprecher des Diakonischen Werkes in Niedersachsen. „Wir dürfen trotz der Bedenken und Verunsicherung nicht außer Acht lassen, dass jeder Mensch sein Mindestmaß an Bewegungsfreiheit und Lebensqualität braucht. Die schnellstmögliche Verteilung von Schutzsuchenden auf die Kommunen ist ein empfehlenswerter Schritt, insbesondere wegen der zunehmenden Vereinsamung durch die Schutzvorkehrungen.“

Parallel zu den Schutzvorkehrungen in Niedersachsen bemüht sich das Bundesministerium des Innern um die Vorbereitung der Anfang März beschlossenen Aufnahme schutzbedürftiger Kinder aus Griechenland. Dass insbesondere in den überfüllten Lagern in Lesbos Abstandsgebote und Standards der Gesundheitsversorgung nicht eingehalten werden können, ist hinreichend bekannt.

„Zu begrüßen sind die Appelle des europäischen Parlaments an die griechische Regierung, zur Vermeidung einer Pandemie die Lager umgehend zu evakuieren. Vor diesem Hintergrund sind ebenso die Bemühungen des BMI zu unterstützen, eine Aufnahme nach Deutschland zeitnah umzusetzen.“ So Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher des Diakonischen Werkes in Niedersachsen. „Wir sind überzeugt, dass es mit dem Schutze der in Deutschland lebenden Menschen vereinbar ist, Menschen in noch größerer Not zu helfen. In den aktuellen Zeiten sind Solidarität und Mitgefühl wichtiger denn je. Je schneller eine Evakuierung in Griechenland auf die zugesagte Aufnahme umgesetzt wird, desto eher kann ein Virusausbruch in vierstelligen Bereich vermieden werden.“

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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