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Diakonie warnt: Hilfsgüter nicht selbst an die Grenze bringen

epd-Gespräch: Martina Schwager

Die Diakonie in Niedersachsen hat die Menschen in Deutschland aufgefordert, für die Ukraine lieber Geld zu spenden als selbst mit Autos voller Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze zu fahren. Die Lage an den Grenzen sei nach Berichten der Diakonie Katastrophenhilfe „absolut katastrophal“, sagte der Vorstand des Diakonischen Werkes in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Und wir wissen von hier aus gar nicht, was die Menschen in der Ukraine gerade brauchen.“

Die Partner der hiesigen Hilfsorganisationen in der Ukraine könnten den unter Umständen täglich wechselnden Bedarf hingegen gut einschätzen und die Hilfe sinnvoll koordinieren, betonte Lenke. „Deshalb ist es besser, etwa an die Diakonie Katastrophenhilfe zu spenden, damit die Experten kaufen können, was vor Ort gebraucht wird.“ Er könne den Impuls, in der verstörenden Kriegssituation eigenhändig etwas gegen das Unrecht tun zu wollen, gut verstehen. „Aber wir wollen ja nicht in erster Linie uns selbst helfen, sondern den Menschen in der Ukraine.“

Der Diakonie-Chef empfahl hilfsbereiten Bürgern, die hier ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine zu unterstützen. Die Zahl der zu erwartenden Vertriebenen steige fast täglich rasant an. „Man ahnt, welche Herausforderung das bedeuten wird.“ Es würden zum Beispiel ganz dringend Menschen gebraucht, die Ukrainisch oder Russisch sprächen. Auch die Kirchengemeinden könnten den Neuankömmlingen den Start in einem für sie fremden Land erleichtern, sagte Lenke: „Sie könnten zum Beispiel Begegnungscafés oder Kleiderbörsen organisieren.“

Lenke wies darauf hin, dass auch in diesem Bereich Alleingänge wenig sinnvoll seien. „Wenn Sie eine Wohnung zur Verfügung stellen wollen, melden Sie diese Ihrer Kommune.“ Wer bereits privat Menschen aus der Ukraine aufgenommen habe, sollte dafür sorgen, dass sie der Kommune gemeldet würden. „Sie müssen den Weg ins System finden. Ansprüche, etwa auf Sozialleistungen und Krankenversicherung, müssen geregelt werden.“

Die Gastgeber sollten sich zudem darüber im Klaren sein, dass viele der Flüchtlinge traumatisiert seien von dem, was sie während des Krieges erlebt und gesehen hätten. Auch sorgten sich die meisten noch um diejenigen, die sie dort zurücklassen mussten. Professionelle Hilfe werde für den großen Bedarf nicht immer gleich verfügbar sein, sagte Lenke. „Aber ein sensibler Gesprächspartner ist in mancher Situation besser als gar keiner.“ Zudem sei auch die Kraft des Gebetes nicht zu unterschätzen: „Beten tut auch gut.“

Quelle: epd Niedersachsen-Bremen

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