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v.l.: Frank Pipenbrink (Geschäftsführer NEVAP), Hans-Joachim Lenke (Vorstandssprecher DW Niedersachsen), Anna Leonhardi (Geschäftsführerin DEVAP), Christian Sundermann (Vorstandsvorsitzender NEVAP), Bodo de Vries (Vorstandsvorsitzender DEVAP), Dunja Wörthmann (Geschäftsführerin Diakonische Reha und Pflge Wendland), Hans-Peter Daub (Vorstand DEVAP) / Foto: NEVAP/Ines Goetsch

Pflege neu denken - Pflegeversicherung umbauen

Bundes- und Landesfachverbände der Diakonie DEVAP und NEVAP diskutieren über die Zukunft der Pflegeversicherung

Bei einer gemeinsamen Fachveranstaltung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) mit Vorstand und Mitgliedern des Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) und den Landesdiakonischen Werken über die Zukunft der Pflegeversicherung.

Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass ein zügiger Umbau der Pflegeversicherung notwendig sei, um Zukunftserfordernissen standzuhalten. Dr. Bodo de Vries, Vorstandsvorsitzender des DEVAP, skizzierte dazu die Fakten. Die Eigenbeteiligung der Versicherten in der stationären Pflege sei seit Oktober 2018 bundesweit durchschnittlich um mehr als 110 Euro auf knapp 1930 € im Monat gestiegen. Die notwendigen und zum Teil schon beschlossenen Verbesserungen würden die Kosten weiter in die Höhe treiben. Der demografisch bedingte Anstieg der Pflegebedürftigen von derzeit 3,7 Millionen auf circa 5,4 Millionen im Jahr 2050 werde weitere erhebliche Leistungsausweitungen und Beitragserhöhungen erfordern.
„Der Webfehler in der Pflegeversicherung besteht darin, dass jede Verbesserung durch höhere Eigenanteile direkt vom Nutzer bezahlt werden muss. Steigende Kosten gehen entweder direkt zu Lasten der Pflegebedürften oder, wenn diese nicht dazu in der Lage wären, zu Lasten der Kommunen.“, so de Vries. Er favorisiere, das bisherige System umzudrehen, sodass die Pflegebedürftigen wie bei einer Teilkaskoversicherung nur einen festen Betrag für alle Leistungen der Pflege zahlen müssen. In diesem System würde dann die Pflegeversicherung die darüberhinausgehenden Kosten in voller Höhe übernehmen. Wie hoch dabei der Sockelbetrag für die Pflegebedürftigen wäre, müsse durch den Gesetzgeber festgelegt werden. Dass dies auch finanzpolitisch funktionieren könne, belegen eine aktuelle Studien von Prof. Dr. Heinz Rothgang von der Universität Bremen.
Christian Sundermann, Vorstandsvorsitzender des NEVAP, stimmte dem zu: „Gesellschaftlich gewollte Verbesserungen in der Pflege, wie ein höherer Personalschlüssel und bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte können nicht mehr aus dem bisherigen System geleistet werden!“

„Neu denken“ müsse man auch die bisherige strikte Unterteilung in die Sektoren „ambulant“ und „stationär“, meinte Dr. Bodo de Vries: „Die zentrale Frage für das Leistungsgeschehen darf nicht sein, wo eine Leistung bezogen wird, sondern wer die Leistungserbringung verantwortlich übernimmt.“

Daran knüpfte auch Dunja Wörthmann (Dachstiftung Diakonie) in ihrem Beitrag zur Sozialraumorientierung in der Pflege an. Dieses Konzept löse sich ebenso von der Unterscheidung in ambulante und stationäre Versorgungsformen. Sozialraumorientierung orientiere sich an den Interessen der Menschen in einem Wohnquartier und fördere so die Umgestaltung vor Ort. Frank Pipenbrink, Geschäftsführer des NEVAP, begrüßte das Konzept, betonte aber: „Die Verantwortung liegt bei den Kommunen! Wir können vor Ort nur darauf hinwirken und sollten mitwirken bei der Realisierung von Quartiersarbeit.“

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege e.V. (NEVAP) ist übergreifend für die landeskirchlichen Diakonischen Werke als Fachverband tätig und vertritt 180 Träger mit 300 ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen in Niedersachsen.

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

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