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„Kinderarmut in Niedersachsen - jedes fünfte Kind ist bedroht“

Ministerin Daniela Behrens und LAG FW stellen die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung (HSBN) mit Statistikteil und einem Anlagenbericht der LAG FW vor

Auch im Jahr 2022 stellt das Niedersächsische Ministerium die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung (HSBN) vor. Gleichzeitig legt die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen (LAG FW) wieder einen eigenen Bericht zum Statistikteil des Landes vor. Der Anlagenbericht befasst sich in diesem Jahr mit dem Thema Kinderarmut und ist in Zusammenarbeit mit dem renommierten Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt (ISS) erarbeitet worden.

Der Bericht zeigt anhand von Zahlen und Fakten ein genaues Bild von Kinderarmut in Niedersachsen und verdeutlicht, dass die Problematik der Kinderarmut kein neues Phänomen ist. Es handelt sich vielmehr um ein strukturelles Problem, das immer noch ungelöst ist, da es zu wenig Beachtung findet.

„Armut ist als eine mehrdimensionale soziale Herausforderung zu verstehen, die grundsätzlich keine Folge individuellen Versagens ist, sondern vorrangig ein gesellschaftliches und strukturelles Problem darstellt “, so Marco Brunotte, Vorsitzender der LAG FW. Obwohl Deutschland zu einem der reichsten Industrieländer der Welt zählt, sei jedes fünfte Kind in Niedersachsen von Armut betroffen bzw. bedroht. Gemeinsames, sofortiges Handeln im Kampf gegen Kinderarmut sei deshalb dringend erforderlich. 

Armut ist sozial ungleich verteilt. Ein Blick auf die Risikofaktoren im Bericht zeigt aber auch, dass Armut von Kindern meist gleichbedeutend mit Armut von Familien ist. So weisen nach wie vor alleinerziehende Frauen ein doppelt so hohes Armutsrisiko auf, wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Auswirkungen sind dabei gravierend und betreffen nicht nur den materiellen Bereich, sondern auch den Sozialen, Kulturellen und Gesundheitlichen.

Der Anlagenbericht stellt nicht nur die Risikofaktoren und Auswirkungen von Armut dar, sondern zeigt auch auf, welche Schutzfaktoren auf der persönlichen, familiären und außerfamiliären Ebene dazu beitragen können, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Zur Reduzierung von Armutsfolgen haben unterschiedliche Träger aus ganz Niedersachsen eine Vielzahl von Praxisprojekten ins Leben gerufen, denen sich eine Reihe von Vorschlägen und Forderungen an die Politik anschließen.

Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens betont: „Der HSBN-Bericht zeigt, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen - unabhängig der finanziellen Leistungsfähigkeit des Elternhauses - gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Das staatliche Handeln reicht hier bspw. von der Eröffnung von Bildungschancen bis hin zu Gestaltungsmöglichkeiten im Freizeitbereich. Besonders Alleinerziehende müssen in ihren Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter gestärkt werden.

Die gegenwärtige Teuerungswelle trifft einkommensschwache Familien besonders hart. Im Kampf gegen die Kinderarmut sind weitere Schritte mit dem niedersächsischen Härtefallfonds im Rahmen des landesweiten Bündnisses zur Abmilderung sozialer Folgen der Teuerungswelle und der Aufstockung der Förderung der sozialen Schuldnerberatung vorangebracht.

„Davon profitieren auch Kinder, weil es ihnen immer nur so gut gehen kann wie ihren Familien“, hebt die Ministerin hervor. „Mein Dank geht an die LAG FW, die mit ihren Beratungsstellen, aber auch Angeboten im Bildungsbereich an vielen Stellen wertvolle Arbeit leistet.“

Die LAG FW und das Sozialministerium begrüßen die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte Absicht eine Kindergrundsicherung einzuführen. Daniela Behrens und Marco Brunotte plädieren auch in Anbetracht der aktuellen Teuerungswelle für Energie und Lebensmittel dafür, dass die angekündigten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden müssen.
Die HSBN und der Anlagenbericht wurden auf der Webseite des Niedersächsischen Sozialministeriums veröffentlicht.

https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/soziales_inklusion/soziales/handlungsorientierte_sozialberichterstattung/sozialberichterstattung-niedersachsen-de-hsbn-2011-2021-19243.html

Quelle: LAG FW

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