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Familie

„Ohne Stärkung der Familien wird es richtig teuer“

Familienverbände fordern eine Förderung der Erziehung in der Familie von Anfang an

Frühzeitige Investitionen in die Unterstützung von Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder reduzieren langfristig soziale Folgekosten, so das Ergebnis des Fachtags der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen (AGF) zum Thema „Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie - von Anfang an.“ Die Erwartungen von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik an die Eltern hätten stark zugenommen und überforderten die Familien, erläuterte Dr. Karin Jurczyk vom Deutschen Jugendinstitut in München. So sollen Eltern ihre Kinder unter Berücksichtigung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und zahlreicher Elternratgeber umfänglich bilden und erziehen. Sie sind gefordert, sich den Anforderungen einer sich rasch wandelnden Arbeitswelt anzupassen und hätten dabei den Spagat zwischen den Bedürfnissen der Familie und den Rhythmen des Berufsalltags zu bewältigen.
Vor diesem Hintergrund fordert die AGF eine deutliche Stärkung der Familienförderung. Es ist für die niedersächsischen Familienverbände nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel, dass die allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie nach §16 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) am Gesamtetat aller Kinder- und Jugendhilfeleistungen nur einen Bruchteil ausmacht. Hier ist nicht nur das Land gefordert, sondern insbesondere die örtlichen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe, die diesem Bereich viel zu wenig Beachtung schenken.
Für die AGF wird die öffentliche familienunterstützende Verantwortung für Kinder und deren Wohlergehen zunehmend wichtiger und sollte die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft zu einem grundlegenden Umdenken veranlassen.
„Niedrigschwellige Angebotsstrukturen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie sind geeignete Maßnahmen, um Familien zu erreichen, die sonst Beratungsangebote oder andere Hilfestellungen nicht in Anspruch nehmen, da die Zugangsbarrieren zu hoch sind. Daher müssen die Angebote der Familienbildung und -beratung sowie der Familienerholung und -freizeiten einen grundlegend verbesserten Stellenwert erhalten und eine größere Beachtung finden“, betont Bernd Heimberg, Vorsitzender der AGF. „Dass sich solche Angebote langfristig positiv auswirken, ist durch zahlreiche Studien nachgewiesen“, betont Andreas Gladisch, Jugendamtsdirektor aus Berlin-Neukölln.
Auf der Ebene des Landesrechts hält die Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände ein Familienförderungsgesetz, wie es derzeit in Berlin entwickelt wird, für erforderlich. Als erster Schritt sollte die Förderung der Erziehung in der Familie in dem in Arbeit befindlichen Gesamtkonzept der Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen Berücksichtigung finden.
Die Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände hofft außerdem, dass die im Rahmen der Integrierten Berichterstattung Niedersachsen (IBN) geplante landesweite Erhebung von Familienfördermaßnahmen nach § 16 SGB VIII sowie die Erarbeitung von entsprechenden Kennzahlen zukünftig zu einer verbesserten Angebotsstruktur vor Ort führt.

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