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„Tag der Pflege“ am 12. Mai: 2020 ist das Internationale Jahr der Pflegenden

Die Pionierin der professionellen Krankenpflege Florence Nightingale wurde am 12.Mai 1820 in Florenz geboren. Morgen jährt sich ihr Geburtstag. Anlässlich dieses 200. Geburtstags hat die Weltgesundheitsorganisation beschlossen, das Jahr 2020 zum Internationalen Jahr der Pflegefachkräfte und Hebammen zu erklären. Viele der damals fortschrittlichen Schritte der Professionalisierung bekommen in der aktuellen Corona-Krise eine neue gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Wir erinnern an eine beeindruckende Frau und fordern mehr Anstrengungen, um den Pflegeberuf attraktiv zu machen.

Als Angehörige der wohlhabenden britischen Oberschicht mit internationalen Kontakten engagierte sich Florence Nightingale frühzeitig für die Verbesserung der desolaten Gesundheitsversorgung in der britischen Unterschicht und startete ihre Pflegeausbildung in der Kaiserswerther Diakonissenanstalt. Die von Theodor Fliedner gegründete Einrichtung war damals eine der ersten, die eine Berufsausbildung für Frauen in der Pflege- und Erziehungsarbeit ermöglichte. Internationale Bedeutung erlangte sie durch ihr Engagement während des Krimkrieges 1853. Neben der pflegerischen Versorgung verwundeter Soldaten, die durch den Ausbruch einer Choleraepidemie erschwert wurde, verbesserte sie die hygienischen Zustände und baute eine Versorgungsstruktur der umfassenden Gesundheitsfürsorge auf, die ihr den Beinamen „Engel der Barmherzigen“ verlieh. Florence Nightingale behielt nicht nur die medizinischen Probleme im Blick, sondern beachtete die gesamte Lebenssituation. Sie gab Ernährungstipps, sorgte dafür, dass genug Essen da war und leitete Familien in der Pflege an. Im Laufe ihres Lebens hat sie durch Veröffentlichungen in den „Notes on Nursing“ und den Aufbau von Pflegeschulen maßgeblich zur Entwicklung professioneller Pflege beigetragen. 

„Die Pflege steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen, die derzeitige Corona-Pandemie hat die Notwendigkeit lediglich neu ins Bewusstsein der Gesellschaft geholt“, betont Hans-Joachim Lenke, Vorstandsvorsitzender der Diakonie in Niedersachsen. Zu Beginn des Jahrtausends war der Konkurrenzkampf zwischen den Wohlfahrtsverbänden und den zunehmend auf den Markt drängenden Privatunternehmern das beherrschende Thema. Davon profitierten die Menschen mit Unterstützungsbedarf durch moderate Preisgestaltungen und den Ausbau eines flächendeckenden Angebots. Das hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Lenke weiter: „An erster Stelle steht inzwischen das Engagement gegen den Mangel an Pflegefachpersonal. Wie schon zu Zeiten von Florence Nightingale kämpft der Beruf mit mangelndem Ansehen und teils schlechter Bezahlung. In dieser Zeit wird nun mehr als deutlich, welch wertvolle Arbeit unsere Pflegerinnen und Pfleger leisten. Die derzeitige gesellschaftliche Anerkennung tut unseren Mitarbeitenden gut, aber wir brauchen jetzt schnell einen flächendeckenden allgemeinverbindlichen Tarifvertrag und trägerübergreifende Anstrengungen, um zusammen mit der Politik die Rahmenbedingungen der Pflege nachhaltig zu verbessern“  

Ein erster Schritt, den Pflegeberuf attraktiver zu machen, ist die Zusammenlegung der in Deutschland geteilten Ausbildungen für die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege. In diesem Jahr beginnen nun die ersten gemeinsamen Ausbildungskurse und damit eine Annäherung an internationale Standards der professionellen Pflege.  

Kranken- und Altenpflege ist heute ein komplexes Geschehen, in dem neben der Unterstützung bei der Körperpflege vor allem auch Ernährung, Mobilität und die Bewältigung des Alltags wichtige Aufgaben der professionellen Pflege darstellen. Hierfür ist ein hoher Personalbedarf notwendig. In der derzeitigen Corona-Pandemie kommen Pflegekräfte in ihrer täglichen Arbeit an den Rand ihrer Kräfte. „Mein großer Respekt gilt den vielen Pflegekräften, die trotz der gesundheitlichen Gefährdung ihre Arbeit weiter leisten, um anderen zu helfen“, dankt Hans-Joachim Lenke zum Tag der Pflege.  

In den kommenden Wochen stehen Pflegekräfte vor einer neuen Herausforderung. Nach vielen Wochen des Kontaktverbotes sollen Besuche in Pflegeheimen langsam wieder ermöglicht werden. Dies wird nur unter Einhaltung notwendiger Schutzmaßnahmen möglich sein, um weiterhin die Bewohnerinnen und Bewohner nicht zu gefährden. Auch Florence Nightingale würde dies deutlich fordern und darauf hinweisen, dass Schutzkleidung in ausreichendem Umfang zur Verfügung gestellt werden muss. 

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