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„Wir brauchen einen Kulturwechsel für alle Geflüchteten“

Mitgliederversammlung der Diakonie in Niedersachsen

Seit drei Monaten herrscht Krieg in der Ukraine. Europa erlebt die größte Flüchtlingsbewegung seit dem zweiten Weltkrieg. - Ein Thema, das auch bei der Mitgliederversammlung der Diakonie in Niedersachsen am Montag in Hannover eine große Rolle spielte.

Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke stellte in seiner Rede klar: „Migration ist Alltag, das Hangeln von Krise zu Krise hindert den Aufbau einer stabilen und verlässlichen Infrastruktur, die für eine gelingende Integration elementar ist.“ Er dankte den zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich für die Geflüchteten einsetzen und betonte, dass Ehrenamt allein die Integration nicht bewältigen könne. 

„Es geht beileibe nicht nur um die Menschen, die aus der Ukraine zu uns kommen. Wir brauchen eine Willkomenskultur für alle Menschen, die zu uns flüchten und eine Perspektive des Bleibens haben“, sagte Lenke. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter geflüchteten Menschen, wie sie derzeit bereits entstehe, müsse unbedingt vermieden werden. 

Der Vorstandssprecher forderte verlässliche Kommunikationsstrukturen und klare Zuständigkeiten, damit sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche und die Geflüchteten selbst an notwendige Informationen kommen. Die Bearbeitung der Aufenthaltstitel und Eingruppierung in den Leistungsbezug müsse schneller werden. „Derzeit warten die Geflüchteten zum Teil zwischen 6-8 Wochen, bis sie Leistungen erhalten - das ist zu lang“, stellte Lenke klar. Auch die Anerkennung von Berufsabschlüssen müsse schneller von statten gehen. „Viele Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, wollen arbeiten, eigenes Geld verdienen und sich in unsere Gesellschaft mit ihren Fähigkeiten einbringen.“ 

Wichtig sei es zudem, die Kinderbetreuung im Blick zu behalten. In den blau-gelben Treffpunkten der Landeskirchen werde eine niedrigschwellige Kinderbetreuung angeboten. Das reiche aber nicht aus, wenn ein längerfristiger Verbleib und eine Berufstätigkeit angestrebt werden. 

Lenke betonte: „Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass wir als Land gesellschaftlich an einer  Willkommenskultur arbeiten. Der Fachkraftmangel allerorten ist ein eklatantes Problem. Wir brauchen Zuwanderung. Eine gemeinsame Anstrengung und Integrationsbemühungen halte ich auch aus diesem Grund für zwingend geboten. Die Menschen, die nun bei uns Zuflucht suchen, sind eine Chance und verdienen eine Chance.“

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 16 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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