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Foto: Werner Krüper

„Wir müssen das Wissen der Pflegefachkräfte nutzen“

2020 ist das Internationale Jahr der Pflege. Die Bedeutung der Pflege bekommt durch die derzeitige Coronakrise eine neue gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Es ist auch das Jahr des 200. Geburtstags von Florence Nightingale, der Begründerin der modernen Krankenpflege. Aus diesem Anlass hat die Redaktion mit Dagmar Henseleit, Referentin Pflege bei der Diakonie in Niedersachsen, gesprochen und gefragt, wie sieht die Zukunft der Pflege aus?  

Was sind die größten Leistungen von Florence Nightingale, die heute noch bedeutsam sind?  

Mit Florence Nightingale begann die standardisierte Ausbildung der Pflege: Sie hat flächendeckend Pflegeschulen in ihrer Heimat Großbritannien gegründet. Von dort breitete sich diese Idee in ganz Europa aus.  Alle Pflegekräfte bekamen die gleiche Qualifikation, die sie mit Zertifikaten nachweisen konnten. Sie hat dafür gesorgt, dass die Menschen nicht nur gepflegt wurden. Ihr lag die Verbesserung der Ernährung und der Hygiene zur Vermeidung von Infektionserkrankungen ebenso am Herzen. Hygiene zur Vermeidung von Infektionen hat durch Corona derzeit eine sehr große Aufmerksamkeit 

Wie sieht die Pflegeausbildung in Deutschland heute aus?  

In Deutschland entstanden damals Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege als eigenständige Berufe. 2020 wurde die Pflegeausbildung vereinheitlicht: Mit dem kommenden Ausbildungsjahr gibt es die generalistische Pflegeausbildung, in der die gleichen Grundlagen für alle vermittelt werden. Eine Spezialisierung ist dann im dritten Ausbildungsjahr möglich. Wir begrüßen diesen Schritt, weil er den internationalen Standards entspricht.  

Wie sieht die Zukunft der Pflege aus? 

Mit der neuen Pflegeausbildung werden erstmals Aufgaben festgelegt, die nur von Pflegefachkräften durchgeführt werden dürfen. Die Anfänge dieses Ansatzes finden sich schon bei Florence Nightingale: Sie hatte viel mit der Organisation von Pflege zu tun, hat Krankenpflegeschulen aufgebaut und Pflegefachkräfte rekrutiert. Pflegefachkräfte werden auch in Deutschland zukünftig weniger in der unmittelbaren Pflege der Patienten zur Verfügung stehen. Ihre Aufgabe besteht zunehmend in der Vermittlung des fachlichen Wissens an Pflegehilfskräfte sowie in der praktischen Anleitung und Überwachung. Sie sind dafür verantwortlich Probleme wie beispielsweise eine sich anbahnende Pandemie zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Dieser Ansatz von Florence Nightingale wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, die Coronakrise hat das noch einmal sehr deutlich gemacht.   

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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