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Alleinerziehende: Diakonie fordert mehr Zusammenhalt

Angesichts der weiterhin hohen Armutsgefährdung für Alleinerziehende fordert der niedersächsische Diakonie-Vorstandsprecher Hans-Joachim Lenke eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Die Flexibilität, die diese Personengruppe aufgrund der besonderen familiären Situation braucht, stellt Arbeitsgeber vor große Herausforderungen. Aber wer diese Frauen mit ihren Qualifikationen im Beruf halten will, muss sich dem stellen und insbesondere bei der Arbeitszeit kompromissbereit sein", sagte Lenke am Donnerstag dem epd. Das Statistische Bundesamt hatte am Donnerstag Daten veröffentlicht, nach denen die Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland steigt und das Armutsrisiko in Ein-Eltern-Familien noch immer doppelt so hoch ist wie in der übrigen Bevölkerung.

Der Statistik zufolge ist jede fünfte Familie in Deutschland ein Alleinerziehenden-Haushalt. Insgesamt leben 1,5 Millionen Eltern allein mit einem oder mehreren Kindern im Haushalt und gelten damit als alleinerziehend. Neun von zehn Alleinerziehenden sind Mütter. Knapp ein Drittel dieser Frauen hat demnach keine Arbeitsstelle, dabei würden mehr als die Hälfte gern berufstätig sein.

Lenke warnte angesichts der Daten vor einer weiterhin zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich. Insgesamt brauche es mehr Zusammenhalt. "Es ist ein Skandal, dass Kinder ein Armutsrisiko sind", sagte der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. "Dass insbesondere Alleinerziehende besonders gefährdet sind, kann gesellschaftlich nicht gewollt sein." Im politischen Diskurs komme das Thema noch immer viel zu kurz, beklagte Lenke. "Alle Jahre wieder sehen wir die gleiche Entwicklung." Verbesserungen wie die Reform des Unterhaltsvorschusses griffen nur langsam. Auch die Angebote für Kinderbetreuung müssten noch flexibler werden.

Die niedersächsische Diakonie-Referentin für Familienhilfe, Eva-Maria Zabbee, erneuerte die Forderung nach einer Grundsicherung für Kinder aus Familien mit wenig Geld. "Das Kindergeld, so wie es derzeit ausgestattet ist, reicht nicht aus." Alleinerziehende, die berufstätig seien, stünden häufig unter Mehrfachbelastung, sagte Zabbee weiter. Für sie müsse es auch Angebote der Erholung wie Mutter-Kind-Kuren geben. (2182/02.08.18)

Quelle: epd Niedersachsen- Bremen

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