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Diakonie: Pflegekräfte aus der Ukraine enorm belastet

Die Diakonie in Niedersachsen macht auf die Situation der in Deutschland lebenden ukrainischen Pflegekräfte aufmerksam. Sie seien aus mehreren Gründen vom Krieg in der Ukraine aktuell schwer belastet und dürften nicht überfordert werden, hieß es.

Hannover (epd). Die Diakonie in Niedersachsen hält es grundsätzlich für sinnvoll, dass ukrainische Geflüchtete mit Pflegebedarf von Menschen mit den entsprechenden Sprachkenntnissen versorgt werden. Allerdings bedeute der Krieg auch für in Deutschland lebende ukrainische Pflegekräfte eine enorme Belastung, sagte der niedersächsische Diakonie-Vorstandsprecher Hans-Joachim Lenke dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Zum Teil haben diese bereits Verwandte aufgenommen.“ Andere bangten um die Sicherheit von Angehörigen, die noch im Land geblieben seien. Sie dürften nicht überfordert werden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, hatte sich dafür ausgesprochen, ukrainischen Gesundheitskräften schnell die Ausübung ihres Berufs zu erlauben. Pflegekräfte, die gemeinsam mit Gepflegten geflüchtet seien, könnten diese in einer deutschen Einrichtung weiter betreuen.

Auch die Diakonie ist grundsätzlich für eine zügige Arbeitsgenehmigung. „Die Pflegekräfte befinden sich aber selbst in einer psychischen und physischen Ausnahmesituation“, gab Lenke zu bedenken. „Viele sind akut traumatisiert und aus ihren Lebenszusammenhängen gerissen.“ Zudem seien unter ihnen auch Frauen mit Kindern, die Betreuung benötigten. Das Wichtigste sei, sie unterzubringen, zu versorgen und eine sichere Umgebung zu schaffen. „Hinzu kommt, dass gerade in der Pflege die Sprachkompetenz ein wichtiger Faktor für die Integration in eine Einrichtung ist“, erläuterte Lenke. Eine angemessene Einarbeitung und wertschätzende Integration in die Teams müsse sicher gestellt werden.

Für die Unterbringung von Pflegebedürftigen habe die Bundesregierung es den Ländern ermöglicht, Ausnahmen von baulichen und personellen Standards zeitlich befristet zu erlassen. „Davon hat das Land Niedersachsen bisher noch keinen Gebrauch gemacht“, sagte Lenke. Bisher sei davon auszugehen, dass geflohene Pflegebedürftige bei Verwandten in Deutschland untergekommen seien.

„Grundsätzlich gibt es Erfahrungen und fachliche Kompetenzen in der Versorgung von Menschen mit Kriegstraumata“, sagte Lenke. „Viele alte Menschen mit Flucht- und Vertriebenenerfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg sind in den letzten Jahrzehnten in Pflegeeinrichtungen versorgt worden.“ Der Diakonie-Vorstandssprecher verwies zudem auf einen Spendenaufruf des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes an seine Mitglieder, durch den 100 kostenfreie medizinische Behandlungsplätze in bundesweit 48 evangelischen Einrichtungen zusammengekommen seien.+

Quelle: epd-sozial

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