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Diakonie fordert attraktivere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Angesichts der am Mittwoch bekanntgewordenen Zahlen von bundesweit mindestens 36.000 unbesetzten Stellen in der Pflege hat die Diakonie in Niedersachsen die Politik zum Handeln aufgefordert. Es reiche nicht, in Deutschland 8.000 neue Pfleger einstellen zu wollen, sagte der Diakonie-Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke am Mittwoch in Hannover dem Evangelischen Pressedienst (epd). Nötig seien attraktive Arbeitsbedingungen, die dazu führten, "dass Menschen den Beruf in der Pflege ergreifen - und ihn auch beibehalten". Auch die FDP warb für Reformen. Das Sozialministerium in Hannover erklärte, es liefen bereits mehrere Schritte, um mehr Fachkräfte zu gewinnen.

Die "Berliner Zeitung" (Mittwoch) hatte unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage berichtet, in der Altenpflege fehlten 15.000 Fachkräfte und 8.500 Helfer. In der Krankenpflege gebe es 11.000 offene Fachkräftestellen und 1.500 unbesetzte Helfer-Jobs. Die Regierung beruft sich bei ihren Angaben demnach auf aktuelle Zahlen aus der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Lenke sagte, dem Pflegeberuf müsse "endlich die Wertschätzung entgegengebracht werden, die er verdient. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Den Beschäftigten in der Pflege müsse wieder mehr Zeit gewährt werden und die Politik müsse dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Zurzeit müsse in der Pflege alles sehr schnell gehen: "Das belastet die Pflegekräfte psychisch und physisch."

Das Sozialministerium verwies auf die bereits umgesetzte Schulgeldfreiheit für Pflegefachschulen, die schon erste Effekte zeige. "Da kommen jetzt mehr junge Leute", sagte Sprecher Uwe Hildebrandt. Auf Bundesebene werde 2020 die generalistische Ausbildung in der Pflege beginnen, bei der Krankenpfleger, Kinderkrankenpflegerinnen und Altenpfleger gemeinsam unterrichtet werden: "Damit es für Fachkräfte einfacher wird zu wechseln."

Um eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte zu erreichen, werbe Sozialministerin Carola Reimann (SPD) bei den Tarifparteien in Niedersachsen für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für die Sozialbranche. Auch die gerade entstehende Pflegekammer in Niedersachsen könne ein Anreiz sein, sich für den Pflegeberuf zu entscheiden. Die Kammer werde eine "starke Stimme" für die Pflegenden sein.

Für die FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag mahnte die Gesundheitspolitikerin Sylvia Bruns weitere Reformen an, um den Pflegeberuf aufzuwerten. Sie forderte unter anderem Fallpauschalen in den Krankenhäusern für die Pflegearbeit. Bislang werde durch generelle Fallpauschalen oft bei der pflegerischen Tätigkeit gespart.

In der Altenpflege kommen dem Zeitungsbericht zufolge auf 100 offene Stellen bundesweit im Schnitt lediglich 21 arbeitslose Fachkräfte. In der Krankenpflege sehe das Verhältnis etwas besser aus. Dort stünden 100 offenen Stellen durchschnittlich 41 arbeitslose Fachkräften gegenüber. (5279/25.04.18)

epd lnb bas/cmo mig

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