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Diakonie in Niedersachsen: Jetzt in Kita-Qualität investieren

Land und Kommunen haben sich nach Angaben des Politikjournals Rundblick am 10.01.2019 zu Gesprächen getroffen, um mögliche Reformen bei der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte und die Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes des Bundes für Niedersachsen zu erörtern. Die Diakonie in Niedersachsen begrüßt die Gespräche und hoffen auf baldige Lösungen.

„Es wird immer schwieriger pädagogische Fachkräfte für unsere Kindertagesstätten zu gewinnen.“ so Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. Der allgemeine Fachkräftemangel wirkt sich durch den stetigen Ausbau der Betreuungsplätze verheerend aus. Kindertagesstätten finden kaum noch Vertretungskräfte. Durch die hohen Belastungen und Anforderungen im Alltag nimmt die Zahl der Erkrankungen zu. Auch können die Träger für zusätzliche Gruppen oder Einrichtungen oder bei Ausscheiden bestehender Kräfte kein Personal mehr finden. „Wir haben die Sorge, dass wir Betreuung nicht mehr überall und dauerhaft sicherstellen können. Befristete Gruppenschließungen werden zunehmen. Der Rechtsanspruch auf Betreuung kann dann nur noch bedingt gewährleistet werden. Es ist fünf vor zwölf.“ so Lenke.

Die Diakonie in Niedersachsen hatte bereits in ihrer Stellungnahme zum Gute-Kita-Gesetz ihre Vorschläge für Qualitätsverbesserungen formuliert. Statt die Beitragsfreiheit zu finanzieren, muss bei der Verwendung der neuen Bundesmittel aus dem Gute-KiTa-Gesetz (Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung) nun gelten, was der vollständige Gesetzesname besagt: Die Gelder müssen der Qualität in den Kitas dienen. Mehr Qualität für das Kind ist jetzt vordringlich.

Darum fordert die Diakonie in Niedersachsen, dass die Bundesmittel aus dem Gute-Kita-Gesetz in Niedersachsen zuallererst in die Verbesserung der Personalschlüssel investiert werden. Das bedeutet:

  • Mehr Erzieherinnen und Erzieher in den Gruppen im direkten pädagogischen Kontakt mit den Kindern und
  • angemessene Freistellungszeiten für die Kita-Leitungen, um die Arbeit der Einrichtungen gut planen und steuern zu können.

Diakonie-Vorstand Lenke weist darauf hin, dass aufgrund des Stresses und der Herausforderungen im beruflichen Alltag viele Erzieherinnen nicht im Beruf verbleiben. Bessere Rahmenbedingungen würden daher auch einem Fachkräftemangel entgegenwirken.
Mehr Fachpersonal komme unmittelbar den Kindern zugute und erhöhe zugleich die Attraktivität des Arbeitsplatzes Kita. „Dieser Ausbau kann und muss stufenweise erfolgen, indem die vorgeschriebene Fachkraft-Kind-Relation in den Gruppen fortschreitend erhöht wird. Das Land muss hierfür auch eigene Mittel einsetzen. Das wäre eine gute Qualitätsoffensive“, sagt Lenke.

Die übrigen Mittel sollten im Bereich der Fachkräftegewinnung eingesetzt werden. Dazu gehört besonders eine verbesserte Praxisanleitung der angehenden Erzieher und Erzieherinnen in den Kitas durch ausgebildete Praxismentoren mit entsprechender zusätzlicher zeitlicher Ausstattung, die aus den Bundesmitteln finanziert werden könnte. Ebenso gehört dazu die Schulgeldfreiheit in den Fachschulen für Sozialpädagogik. „Es wäre wichtig, dass zusätzlich zu den Bundesmitteln das Land eigene Mittel einsetzt, um nun Verbesserungen in der Qualität der Betreuung  zu schaffen“, so Lenke.

Weit über 1.000 Kindertagesstätten in Niedersachsen sind in kirchlicher und diakonischer Trägerschaft. Die freien Träger unterhalten rund 2/3 der Kindertagesstätten in Niedersachsen.

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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