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Foto: Jens Schulze, DW
Foto: Jens Schulze, DW

Diakonie in Niedersachsen: Verpflichtende dritte Kraft in Krippengruppen nicht um fünf Jahre aufschieben.

„Durch die geplante Aufschiebung der Regelungen zur Einführung der verpflichtenden dritten Kraft in Krippengruppen bis zum 1. August 2025 wird deutlich, dass weiterhin mit einem Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen zu rechnen ist“, so Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen.

„Aktuell ist für die Zeit der Corona-Pandemie die Entscheidung nachvollziehbar. Auch nach der Sommerpause wird voraussichtlich in 2020 noch kein Normalbetrieb wie vor der Corona-Pandemie möglich sein. Um möglichst viele Kinder zu betreuen und dadurch die Familien wesentlich zu entlasten wird die geplante Maßnahme im Kindergartenjahr 2020/2021 zur Verbesserung der personellen Situation führen, da nicht mehr drei sondern nur noch zwei Fach -oder Betreuungskräfte in Krippengruppen eingesetzt werden müssen. Gerade im Blick auf vakante Stellen oder beim Einsatz von Beschäftigten aus Risikogruppen wird eine Flexibilität beim Personaleinsatz erreicht. Unter dem Blickwinkel der Realisierung von Betreuung ist diese Maßnahme also vorteilhaft. Wir begrüßen es auch, dass die Finanzierung von Drittkräften bleibt, so dass bei einem entsprechenden Personalangebot die Drittkräfte sukzessive eingeführt werden können.“

Die Diakonie in Niedersachsen kritisiert allerdings die Länge des Aufschubs um fünf Jahre. „Dies trägt nicht dazu bei, Nachwuchs zu gewinnen und bestehende Kräfte langfristig zu binden“, so Lenke. „Die temporäre Verschlechterung des mühsam erreichten verbesserten Fachkraft-Kind-Schlüssels in Niedersachsen kann dazu führen, dass sich die Rahmenbedingungen in den Krippengruppen befristet verschlechtern. Es wird also darauf ankommen, weiterhin um die Besetzung der Stellen für dritte Kräfte zu werben, um die frühkindlichen Bildungsprozesse mit der erforderlichen personellen Ausstattung angemessen begleiten zu können. Ziel muss es weiterhin sein, dass wir in Niedersachsen Ausbildungskapazitäten erhöhen und der Beruf der Erzieherin ein höhere Attraktivität bekommt, damit mehr Personal zur Verfügung steht“, fordert Lenke.

Ob eine Aufschiebung der Regelungen zur Einführung der verpflichtenden dritten Kraft in Krippengruppen um fünf Jahre erforderlich ist oder ob auch mit einer zunächst kürzeren Frist z.B. für das Kindergartenjahr 2020/2021 ebenfalls die gewünschten Effekte erzielt werden können, sollte aus Sicht der Diakonie in Niedersachsen nochmals im Kultusministerium überprüft werden. „Nur wenn die Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen verbessert werden, wird sich die Attraktivität des Berufs einer Erzieherin oder eines Erziehers erhöhen.“

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