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Diakonie in Niedersachsen fordert bessere Rahmenbedingungen beim Schutz für von Gewalt betroffenen Frauen

Anlagenbericht zur Handlungsorientierten Sozialberichterstattung Niedersachsen

„Es ist unsere gesellschaftliche Aufgabe, Frauen und Kinder, die Gewalt erleben, zu schützen und Hilfsangebote zu schaffen. Frauen müssen sich sicher sein können, dass sie jederzeit Hilfe und Schutz durch Beratungsstellen und Frauenhäuser in Anspruch nehmen können“, sagt Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. „Es müssen genügend Plätze in Frauenhäusern zur Verfügung gestellt werden. Unabhängig von der Auslastung der Schutzeinrichtungen muss eine Finanzierung sichergestellt werden. Beratungsstellen und Frauenhäuser müssen personell, sächlich und räumlich bedarfsangemessen ausgestattet sein. Um Frauen und ihren Kindern Schutz und Hilfe zu gewährleisten, braucht es eine verlässliche Finanzierung von Beratungs- und Schutzeinrichtungen - ausreichend und einzelfallunabhängig.“

114.393 Frauen wurden bundesweit im Jahr 2018 Opfer versuchter und vollendeter Gewalt. In Partnerschaften, in denen Gewalt durch Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe und sexueller Nötigung ausgeübt wurde, waren die Opfer zu 98,4 % weiblich. Beratungs- und Interventionsstellen (BISS), Fachberatungsstellen sowie Frauenhäuser sind ein wichtiger Teil des Hilfesystems für von Gewalt betroffenen Frauen. Im Jahr 2019 stellte das Land Niedersachsen insgesamt 8,7 Mio. Euro zur Finanzierung der Einrichtungen bereit, davon wurden 4,5 Mio. Euro für die Förderung von Frauenhäusern ausgegeben. Das geht aus dem Anlagenbericht zur Handelsorientierten Sozialberichterstattung in Niedersachsen 2020 „Hilfe und Schutz für von Gewalt betroffenen Frauen“ hervor.

„Die Finanzierung für Beratungs- und Schutzeinrichtungen muss besser werden,“ betont Dörthe Heien vom Diakonischen Werk Hittfeld-Winsen. „Es gibt wenig finanzierte Stellen, und es ist weiterhin eine freiwillige Aufgabe - zum Großteil der Kommunen. Eine gute Finanzierung ist wichtig, damit wir betroffenen Frauen wirksam helfen können.“ Mit der BISS - Beratungs- und Interventionsstelle sowie der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen hat das Diakonische Werk Hittfeld-Winsen zwei Anlaufstellen für Frauen geschaffen, die Gewalt erfahren haben. „Mit der BISS verfolgen wir einen pro-aktiven Ansatz. Wenn die Polizei zu Fällen häuslicher Gewalt gerufen wird, werden uns die Berichte zugesendet. Dann können wir zeitnah mit den Opfern Kontakt aufnehmen. Das gilt für Opfer häuslicher Gewalt und Frauen ab 18 Jahren. Bei der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen können sich Ratsuchende selbstständig bei uns melden, die körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt erfahren haben.“

Die Diakonie im Oldenburg Land hat Anfang Juli das neue Frauen- und Kinderschutzhaus der Landkreise Ammerland und Wesermarsch in Betrieb genommen. „Wir nehmen Frauen und ihre Kinder auf, die aus häuslicher - und partnerschaftlicher Gewalt fliehen. Und das Besondere an unserem Konzept ist, dass es keine Zugangsbeschränkungen bei den Kindern gibt. Auch Jungen über 14 Jahren können aufgenommen werden. Das ist in anderen Frauenhäusern nicht so“, sagt Franz-Josef Franke, Leiter des Kompetenzzentrum Gemeinwesenorientierte Diakonie des Diakonischen Werkes in Oldenburg. Beim Bau des Schutzhauses ist besonders auf die Barrierefreiheit geachtet worden. Denn allgemeine Zahlen zeigen, fast doppelt so viele Frauen mit Behinderungen haben im Erwachsenenalter körperliche Gewalt erlebt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Von sexueller Gewalt sind sie etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen. Bei der Gestaltung des Hauses wurde außerdem Wert darauf gelegt, dass den Frauen und Kinder ein großes Maß an Privatheit geboten werden kann. „Die Wohneinheiten für Frauen und ihre Kinder haben eigene Küchenzeilen, sodass die Frauen sich selbstständig versorgen können.“ In dem Schutzhaus können zwölf Frauen mit bis zu 21 Kindern aufgenommen werden. „Betroffene Frauen können solange bleiben, wie es notwendig ist. Gemeinsam entwickeln die Mitarbeiterinnen mit den Frauen neue Perspektiven.“

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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