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Diakonie in Niedersachsen fordert Kindergrundsicherung

Die Diakonie in Niedersachsen hat angesichts einer aktuellen Studie zum Kindergeld ihre Forderung nach einer "Kindergrundsicherung" bekräftigt. "Wir trauen den Eltern zu, dass sie zum Wohle ihrer Kinder auch verantwortungsvoll mit den für die Kinder bestimmten Geldern umgehen", sagte Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke am Mittwoch in Hannover dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der von der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh vorgestellten Studie zufolge profitieren Kinder in Deutschland entgegen oft geäußerten Vorurteilen von direkten staatlichen Leistungen wie dem Kindergeld.

Der Studie zufolge verwenden Eltern das Geld durchaus für das Wohlergehen des Nachwuchses. So investierten Mütter und Väter die Zahlungen vor allem in größere Wohnungen, aber auch in bessere Betreuung, Bildung und Hobbys der Kinder. Das Vorurteil, dass sogenannte Direktzahlungen für Alkohol, Tabak oder Unterhaltungselektronik "zweckentfremdet" werden, beruhe allein auf Einzelfällen, hieß es. Untersucht wurde den Angaben zufolge die Verwendung des Kindergeldes und des in verschiedenen Bundesländern gezahlten Landeserziehungsgeldes für den Zeitraum von 1984 bis 2016.

Die Studie bestätige die Erfahrungen aus der Beratung vieler Familien, sagte Lenke. "Im Mittelpunkt steht das Wohl der Kinder, für deren Bildung und Wohlergehen wird gespart und das Geld verwendet." Kinderarmut sei aber in den vergangenen Jahren nicht geringer geworden. "Weiterhin sind in Niedersachsen ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen von Armut bedroht oder müssen in Armut leben."

Der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger, betonte, dass direkte finanzielle Leistungen für Familien sinnvoller seien, als aufwendig zu beantragende Sachleistungen. Bei zweckgebundenen Sach- und Geldleistungen wie dem Bildungs- und Teilhabepaket legten dagegen jüngste Untersuchungen nahe, dass rund 30 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel für Verwaltungsaufwand verbraucht würden. Zudem beantragten viele Bedürftige die Mittel erst gar nicht.

Dräger forderte eine grundlegende Reform der Familienförderung, etwa durch ein Teilhabegeld, für das die Bertelsmann Stiftung und Wohlfahrtsverbände seit Jahren werben. Darin sollen den Angaben zufolge bisherige staatliche Maßnahmen wie das Kindergeld, Teile des Bildungs- und Teilhabepakets, der Kinderzuschlag für Geringverdiener und die Grundsicherung für Kinder nach dem SGB II gebündelt werden.

Auch die Diakonie unterstütze die Auffassung, dass direkte Geldleistungen die Kinder besser förderten, sagte Lenke. Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, die beantragt werden müssen, würden nur zu 50 Prozent abgerufen.

Qelle: epd (1230/21.11.18)

 

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