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Diakonie in Niedersachsen richtet Ansprechstelle für betroffene Kurenkinder ein

Das Diakonische Werk in Niedersachsen ist über die Zustände in den Kinderkurheimen in den 50er bis 80er Jahren erschrocken.
Diakonie und Innere Mission waren - wie andere Verbände der freien Wohlfahrt, Kommunen, Kreise, Krankenkassen und Rentenversicherungen - zu der fraglichen Zeit Träger von Kinderkuren, Kindererholungsheimen und -stätten.

Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen: „Die Erinnerungen und Schilderungen der Betroffenen haben uns erschüttert. Dass Kinder auch in diakonischer Obhut Misshandlungen und Demütigungen ausgesetzt waren, ist nicht zu rechtfertigen. Wir drücken den Betroffenen unser tiefes Mitgefühl aus.“

Lenke weiter: „Wir setzen uns mit den Vorkommnissen und der offensichtlich aus heutiger Sicht unangemessenen Erziehung sowie der Geschichte der Heime auseinander. Nach ersten Recherchen stellen wir fest, dass die Aktenlage äußerst schwierig ist. Die Vorfälle sollen transparent aufgearbeitet werden. Deshalb plädieren wir für eine übergreifende und unabhängige Forschungsarbeit.“

Aus den wenigen Unterlagen, die zu den Kinderkurheimen der Diakonie in Niedersachsen vorliegen, lässt sich ersehen, dass, gemessen an damaligen und erst recht nach heutigen Qualitätsmaßstäben, teilweise zu viele Kinder von zu wenig und teilweise unzureichend qualifiziertem Personal betreut worden sind. „Dies ist in keiner Weise zu rechtfertigen und hätte nicht vorkommen dürfen, weder in Heimen in diakonischer Trägerschaft noch anderswo,“ so Lenke.

Die Diakonie in Niedersachsen kündigt an, sich intensiv mit den Geschehnissen befassen zu wollen: „Wir stellen uns dem erlittenen Leid der damaligen Kinder. Das langjährige Schweigen über die Geschehnisse der damaligen Zeit beschämt uns. Wir wollen den Menschen zuhören, die in den Einrichtungen der Diakonie unangemessen behandelt worden sind. So setzen wir uns aktiv mit der Geschichte der Kinderkurheime, die in Trägerschaft der Diakonie waren, auseinander.“

Bis zur Einrichtung einer bundesweiten und überverbandlichen Anlaufstelle hat die Diakonie in Niedersachsen ein Servicetelefon eingerichtet. Montags bis freitags von 09.00 - 16.00 Uhr haben betroffene ehemalige Kurenkinder die Möglichkeit, erfahrenen Beraterinnen und Beratern ihre Erlebnisse zu schildern. Das kann selbstverständlich auch anonym geschehen. Auch ehemalige Mitarbeitende aus den Kurenheimen haben die Möglichkeit, sich hier zu melden. Das Servicetelefon ist erreichbar unter der Nummer +49 511-3604-444. Betroffene können auch eine E-Mail senden an: info(at)diakonie-nds.de

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