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Digitaler LAG-FW Jahresauftakt: "Für eine solidarische Gesellschaft braucht es Egoisten!?"

Reimann würdigt Einsatz von Pflegekräften

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) hat die Arbeit der Pflegekräfte in Krankenhäusern sowie der Alten- und Behindertenhilfe während der Pandemie gewürdigt. "Große Sorge" bereiteten ihr jedoch die neuen Mutanten des Coronavirus, sagte sie am Mittwochabend in Hannover in ihrem Grußwort zum digitalen Jahresauftakt der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen. Sie verwies zugleich auf erste Erfolge bei den Impfungen: In 75 Prozent der Pflegeeinrichtungen hätten sie bereits begonnen. Rund 28.000 Menschen hätten bereits ihre zweite Impfung erhalten.

Der Jahresauftakt stand unter der Überschrift "Für eine solidarische Gesellschaft braucht es Egoisten!?". In seinem Gastvortrag warb der Politikberater Erik Flügge für selbstkritische Strukturen in der Kirche und den Wohlfahrtsverbänden. In der sozialen Arbeit gebe es eine Tendenz zur Beschönigung. Zu oft werde an Routinen festgehalten, auch wenn sie offensichtlich nicht mehr benötigt werden. Was gescheitert sei, müsse jedoch beendet werden. Er sprach sich für ein Monitoring aus, um zu messen, wie erfolgreich etwas sei. "Denn nur eine Struktur, die befördert, wenn Leute das Bestmögliche und nicht das Selbstgefällige organisieren, ist wahrhaft solidarisch."

In einer anschließenden Gesprächsrunde warnte die evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr aus Hannover davor, alles messen und bewerten zu wollen. Gerade in der Sterbebegleitung taugten solche Instrumente nicht.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Hans-Joachim Lenke von der Diakonie, räumte ein: "Etwas aufzugeben, fällt in der Kirche schwer." In der Pflege habe sich gezeigt, dass Qualitätskriterien sinnvoll seien, um etwas weiterzuentwickeln. Allerdings müsse stets gefragt werden, ob die richtigen Kriterien angewendet werden.

Lenkes Stellvertreter in der Arbeitsgemeinschaft und Vorstandvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Niedersachsen, Marco Brunotte, warnte vor zu viel Monitoring. Das Qualitätsmanagement in der Pflege sei sehr zeitaufwendig. Viele Pflegekräfte würden lieber noch fünf Minuten länger am Bett ihrer Patienten sitzen, als fünf Seiten Dokumentation auszufüllen.

In der Landesarbeitsgemeinschaft sind die sechs niedersächsischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen: Neben Diakonie und Arbeiterwohlfahrt sind dies die Caritas, das Rote Kreuz, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Jüdische Wohlfahrt. Damit repräsentiert der Verband nach eigenen Angaben etwa 6.000 soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienste mit mehr als 230.000 hauptamtlichen Beschäftigten und über 500.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
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