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Schlafsäcke und Campingkocher gestapelt
Foto: Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten

Ein großes Dankeschön nach Braunschweig und Wolfsburg!

„Es gibt Einkaufshilfen und Spenden über die Fußball-Fans von Eintracht Braunschweig, Gabenzäune für Wohnungslose, und viele möchten ehrenamtlich unterstützen.“ Ein solches Engagement hat Michael Bahn noch nicht erlebt. Die Regionalleitung der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten, die zum Verbund der Dachstiftung Diakonie gehört, ist begeistert, wie die Vernetzung in der Krise klappt. Da reicht ein Anruf beim Fanbeauftragten von Eintracht Braunschweig oder den Maltesern, um neue Lösungen zu finden. Dieser Zusammenhalt wird weiter notwendig bleiben. „Eine Rückkehr in eine Normalität wird noch länger dauern.“ 

 Hier das ganze Interview mit Michael Bahn: 

 Corona und die damit zusammenhängenden Maßnahmen haben das Leben grundlegend verändert. Wie haben Sie sich in der Wohnungslosenhilfe in den Regionen Braunschweig und Wolfsburg darauf eingestellt? 

 Ja, das ging alles so schnell. Jeden Tag neue Nachrichten, neue Rahmenbedingungen und neue Vorgaben: Das, was heute galt, war übermorgen schon nicht mehr gültig. Das hat nicht nur bei unseren Mitarbeitenden, sondern ganz besonders auch bei den uns anvertrauten Personen Sorgen ausgelöst: „Haben die noch auf? Kann ich dort noch hingehen?“ 

Die Menschen hat das alles sehr beschäftigt, und es gab schnell Gerüchte, dass Angebote geschlossen wären und man auf sich allein gestellt wäre. Insofern war uns als erstes besonders wichtig, allen wieder soweit möglich Sicherheit zu geben. Unsere Botschaft: „Wir sind für Euch da und erreichbar. Wir haben geöffnet (unter den Vorgaben des RKI) und halten den Kontakt.“ 

Nach diesem ersten wichtigen Schritt konnten wir gemeinsam schauen, welche weiterführenden Angebote wir noch brauchen. In Wolfsburg hat sich ein mobiler Mittagstisch entwickelt, der unsere Gäste des Tagestreffs Carpe Diem jetzt zu Hause, im Obdach oder auf der Straße versorgt. In Braunschweig gibt es auch einen Mittagstisch in Zusammenarbeit mit einer Kirchengemeinde. Dazu verteilen unsere Streetworker noch Lunchpakete. Und dort, wo uns noch was auffällt oder fehlt, wird kurzerhand eine Lösung gefunden und dank vieler Spender und Unterstützer ist ein Ersatz für den kaputten Camping-Kocher schnell möglich. 

 Die Spendenbereitschaft und die gesellschaftliche Unterstützung sind derzeit überall sehr groß. Wie erleben Sie dieses Engagement? 

 Das Engagement ist einfach unbeschreiblich. Das habe ich so noch nicht erlebt. Die Bürgerinnen und Bürger denken nicht nur an sich. Viele haben ihre Nachbarn, ältere Leute und auch wohnungslose Menschen im Blick. Es gibt zum Beispiel Einkaufshilfen und Spenden über die Fußball-Fans von Eintracht Braunschweig, Gabenzäune für Wohnungslose und viele möchten ehrenamtlich unterstützen. Darüber hinaus gibt es eine enge Vernetzung. Dort, wo es wichtige Themen gibt, wird sofort gemeinsam trägerübergreifend an Lösungen gearbeitet. Gemeinsam schaut man: Wer hat wo Kontakte, Ideen und Möglichkeiten? Ob das der Fanbeauftragte Erik Lieberknecht von Eintracht Braunschweig ist oder der Dienststellenleiter der Malteser, Nicolai Hollander. Jeder greift zum Hörer und jeder bringt sich mit seinen Möglichkeiten ein. Es gibt Firmen, die uns mit ihren neuen Produkten sofort unterstützt haben, damit wir gut geschützt weiter für die wohnungslosen Menschen da sein können. Mir fallen noch so viele weitere Beispiele ein. 

 Die Kontaktbeschränkungen werden uns noch lange begleiten. Viele Experten rechnen mit einer zweiten Infektionswelle. Wie stellen Sie sich darauf ein?  

Die Rückkehr in eine Normalität wird noch länger dauern, unabhängig davon, ob es eine zweite Infektionswelle gibt. Das heißt für uns: Wir werden unsere Angebote so anbieten und leisten, dass eine Gefährdung aller ausgeschlossen ist. Die Menschen, die unsere Unterstützung brauchen, müssen sich sicher fühlen, aber auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So sind wir aktuell dabei, weitere Möglichkeiten zu schaffen, wie der persönliche Kontakt und Austausch gesichert stattfinden kann. 

Wir haben in den letzten Wochen auf die jeweiligen Entwicklungen zeitnah passende Antworten gefunden und ich bin davon überzeugt, dass dies auch in der Zukunft der Fall sein wird. Wir werden für die Menschen da sein, und ich weiß, dass die Bürgerinnen und Bürger hinter uns stehen und mithelfen, wenn es eng wird. Dafür ein riesiges Dankeschön an alle Alltagshelden in Braunschweig und Wolfsburg!  

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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