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Heute ist der Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

Diakonie hat die Wichtigkeit von Onlineberatung in der Corona-Krise festgestellt

Seit 1988 wird am 21. Juli jährlich den verstorbenen Drogengebraucher*innen gedacht. Der Gedenktag wurde von Angehörigen ins Leben gerufen. Dies macht deutlich, dass das Schicksal einzelner auch immer Leid und Trauer für deren Umfeld bedeutet.Deutschlandweit starben 2019 nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragen insgesamt 1.398 Menschen durch den Konsum Illegaler Drogen. Das war ein Anstieg um 9,6 Prozent im Vergleich zu Vorjahr. In Niedersachsen war der Drogenkonsum 2019 in 80 Fällen die Todesursache. Hier stagniert die Zahl nach einem Anstieg in 2018 auf hohem Niveau. Die Altersspanne der Verstorbenen reichte von jungen 18 bis zu 63 Jahren. „Auch in unseren Einrichtungen trauern wir jedes Jahr um Menschen, die aufgrund ihrer Suchterkrankung versterben“, berichtet Andrea Strodtmann von der Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen der Diakonie in Niedersachsen (ELAS). Dabei sind nicht nur Opiate, wie zum Beispiel Heroin die Ursache, Ursache von Todesfällen sind auch Kokain, Amphetamine und synthetische Drogen. Diese haben sich bundesweit in den letzten fünf Jahren von 143 auf 268 nahezu verdoppelt. „Insbesondere auf die Gefahren von synthetischen Drogen und Amphetamine müssen wir verstärkt präventiv hinweisen“, fordert Andrea Strodtmann.

Besondere Härten durch das Corona Virus

Die NLS und die ELAS weisen darauf hin, dass die anhaltende Corona Krise für die Konsumenten illegaler Substanzen besondere Härten hatte und weithin hat. Viele Konsumenten gehören aufgrund körperlicher Vorschädigungen zur Risikogruppe. Außerdem erhöht die Pandemie wegen der damit einhergehenden psychologischen Belastungen die Gefahr eines Suchtmittelmissbrauchs. „Angst vor dem Unbekannten, fehlende Unterstützung, Isolation aufgrund der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus, finanzielle Unsicherheit und anderes mehr begünstigen den Griff zum Suchtmittel.“

Dies gilt sowohl für den Gebrauch illegaler wie legaler psychoaktiver Substanzen. „Wir sollten an diesem Tag nicht vergessen, dass bundesweit jährlich mehr als 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens und mehr als 20.000 Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums sterben“( Drogen- und Suchtbericht 2019 der Drogenbeauftragten der Bundesregierung) sagt Michael Cuypers. Der Geschäftsführer der NLS unterstreicht in diesem Zusammenhang die große und durch die Corona-Krise steigende Bedeutung eines handlungsfähigen Suchthilfesystems für die Versorgung von Menschen mit Suchtproblemen. Insbesondere die 75 Fachstellen für Sucht und Suchtprävention in Niedersachsen spielten auch im Hinblick auf den Gesundheits- und Infektionsschutz bei der Absicherung der Personen mit dieser bio-psycho-sozialen Erkrankung eine sehr wichtige Rolle. „Die Beratungsstellen gewährleisten die Grundversorgung, informieren die Betroffenen und ihr soziales Umfeld und ermutigen zur Inanspruchnahme weiterführender Hilfen“ sagt Michael Cuypers. Die Sicherung der Arbeitsfähigkeit der Suchthilfe müsse daher ein zentrales gesellschaftliches Anliegen sein, meint Cuypers auch mit Blick auf die gefährdete finanzielle Zukunft der Beratungsstellen, auf die die NLS im Februar 2020 in einem Hilferuf aufmerksam machte. Andrea Strodtmann von der Diakonie berichtet, dass in der Corona Krise die Notwendigkeit einer Online-Beratung sichtbar geworden ist. „Wir haben in der Corona-Krise festgestellt, wie wichtig es ist auch digital Kontakt zu den Klientinnen und Klienten sowie ihre Angehörigen zu halten. Die Onlineberatung als niedrigschwellige Kontaktaufnahme ist dabei eine sinnvolle Ergänzung unseres Angebotes. “

Informationen zur Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) und zur Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen in Niedersachsen (ELAS)

Die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) ist eine Dachorganisation der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen. Die NLS ist eine Landesfacharbeitsgemeinschaft des LAG FW e.V. und steht für ein Netzwerk bestehend aus 75 ambulanten Suchtberatungsstellen mit weiteren rd. 40 Neben-stellen, 42 stationäre Einrichtungen zur Versorgung abhängigkeitskranker Menschen sowie mehreren hundert Suchtselbsthilfegruppen, die in sieben Landesverbänden zusammengeschlossen sind. Die NLS repräsentiert über 98% der in der Suchthilfe professionell tätigen Einrichtungen und zudem rund die Hälfte aller Suchtselbsthilfegruppen in Niedersachsen. Sie zusammen sorgen dafür, dass Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige frühzeitig eine angemessene Beratung sowie wirksame Hilfen erhalten und suchtpräventive Maßnahmen angeboten werden können.

Die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen in Niedersachsen (ELAS) ist ein Fachverband der Diakonie in Niedersachsen. In Niedersachsen sind in der ELAS 65 ambulante Fachstellen für Sucht und Suchtprävention (einschl. Nebenstellen), 19 stationäre, teilstationäre und ganztagsambulante Suchthilfeeinrichtungen sowie zahlreiche Suchtselbsthilfe- und Abstinenzgruppen zusammengeschlossen. Die der ELAS angeschlossenen Selbsthilfeverbände sind insbesondere die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe e.V. (Landesverband Niedersachsen), das Blaue Kreuz in Deutschland e.V. (Landesverband Niedersachsen) und das das Blaue Kreuz in der evangelischen Kirche e.V. (Landesverband Niedersachsen). Unter www.deinesuchtexperten.de  bietet die ELAS auch eine Online-Beratung an. Informationen rund um das Thema Sucht sind auf dem YouTube Kanal „Deine Suchtexperten“ zu finden.

 

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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