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Hans-Joachim Lenke; Foto: Jens Schulze
Hans-Joachim Lenke; Foto: Jens Schulze

Kita-Öffnung braucht Vorlauf

Gemeinsame Presseinformation der Konföderation evangelischer Kirchen und der Diakonie in Niedersachsen: Schrittweise Öffnung der kirchlichen Kindertageseinrichtungen nur mit ausreichendem Vorlauf und Schutzvorkehrungen möglich.

Die Diakonie und die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen bedauern, dass es letzten Freitag im Gespräch mit dem Kultusministerium Niedersachsen nicht gelungen ist, gemeinsame landeseinheitliche Kriterien für die Notbetreuung zu entwickeln und sich auf einen angemessenen zeitlichen Vorlauf zu einigen.
 
„Zusätzliche Berufsgruppen, weitere Kriterien für besondere Härtefälle in der Notbetreuung lassen sich nicht von Freitagnachmittag bis Montagmorgen mit Trägern, Mitarbeitenden und Eltern kommunizieren. Zudem sind auch Nachweise zu erbringen, dass ein Elternteil für den Betrieb unerlässlich ist. Sonst haben wir keinen Betrieb mit Notgruppen mehr, sondern Normalbetrieb. Der ist aber ausdrücklich untersagt. Die verbesserten Schutzvorkehrungen müssen vor Ort umgesetzt werden. Eine rechtzeitige Information und Abstimmung mit allen Trägerverbänden wäre dringend geboten gewesen. Grundsätzlich begrüßen wir einen schrittweisen vorsichtigen Ausbau der Notbetreuung in den Kita-Einrichtungen“, so Hans-Joachim Lenke, Oberlandeskirchenrat und Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. „Nach wie vor halten wir eine einheitliche landesweite Praxis für zwingend. Der Druck wird sonst bei den KiTas und deren Leitungen abgeladen.“
 
„Die Bemessung der Größen der Notgruppen sowie die Umsetzung der erforderlichen Schutzmaßnahmen für Kinder und Beschäftigte während einer Notbetreuung liegt nach wie vor in der Verantwortung der Träger von Kindertageseinrichtungen. Eine schrittweise Erweiterung der Notgruppen wird bis zum 03.05. umgesetzt, wo sie verantwortet werden kann“, führt Lenke aus.
 
Kinder und Mitarbeitende in Kindertageseinrichtungen können nicht vollständig geschützt werden, weil Nahkontakte in der Arbeit mit kleinen Kindern nicht zu vermeiden sind. Aufgrund dieser Tatsache können zusätzliche Aufnahmen in Notgruppen in den nächsten Tagen nur sehr maßvoll von den Trägern der Kindertageseinrichtungen vorgenommen werden. Die Träger müssen anhand ihrer räumlichen und personellen Möglichkeiten prüfen, welche Schritte vertretbar sind. Schutzkonzepte (Hygienemaßnahmen, Einhaltung der Mindestabstände zumindest bei Erwachsenen, etc.) müssen in einer KiTa eingeübt und mit Eltern und Kindern kommuniziert werden.
 
„Wir können den Wunsch nach Öffnung der Kitas gut nachvollziehen. Die lange Zeit zu Hause war eine Herausforderung. Das vorsichtige Hochfahren der wirtschaftlichen Tätigkeiten erhöht den Druck, auch in KiTas und Schulen wieder Normalität herzustellen,“ sagt Lenke. „Die meisten von uns sehnen sich nach einem normalen Alltag. Aber die Pandemie ist nicht vorbei. Deshalb können nach wie vor Ansteckungen nicht ausgeschlossen werden. In wenigen Einrichtungen lagen bereits Verdachtsfälle auf Infektionen sowohl bei Kindern als auch bei Mitarbeitenden vor, die zu temporären Schließungen geführt haben. Durch stufenweise Lockerungen steigt ggf. das Ansteckungsrisiko. Um möglichst schnell Klarheit für die Familien, Beschäftigten und ihre Angehörigen zu schaffen, ist ein schneller Zugang zu Tests für die betroffenen Mitarbeitenden einer Kindertageseinrichtung ähnlich wie im Pflege- oder Krankenhausbereich notwendig. Wenn die Testkapazitäten erhöht werden, sollten auch die Kita-Mitarbeitenden zu dem Personenkreis mit bevorzugtem Zugang gezählt werden.“
 
Die evangelischen Kirchen und die Diakonie in Niedersachsen sind Träger von rund 1.200 Kindertageseinrichtungen.

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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