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LAG FW fordert soziale Investitionen - Ein Sparkurs ist der falsche Weg

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wo die Schwachstellen im Gesundheitssystem sowie dem gesellschaftlichen Miteinander liegen. „Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Niedersachsen fordert die Landesregierung und den Landtag auf, bei ihrer Haushaltsplanung die soziale Infrastruktur zu stärken, die Sicherungssysteme armuts- und krisenfest zu machen und auszubauen“, sagt Hans-Joachim Lenke, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Niedersachsen (LAG FW). „Wir haben die Sorge, dass unsere Gesellschaft noch stärker in Arm und Reich gespalten wird. Nur mit einer aktiven Sozial- und Gesellschaftspolitik kann der Spaltung unserer Gesellschaft mit allen Risiken für die demokratische Stabilität entgegengewirkt werden.“

Die LAG FW ist überzeugt: Die Lasten der Krise müssen gerecht verteilt werden. Die finanzpolitischen Herausforderungen erfordern auch einen Diskurs über eine gerechte Verteilung der Lasten und Chancen der Krise. „Wir begrüßen, dass vielerorts diskutiert wird, wie diejenigen, die wirtschaftlich besonders von der Krise profitiert haben, sowie Vermögende an der Finanzierung der Lasten angemessen beteiligt werden können“, sagt Marco Brunotte, stellvertretender LAG FW-Vorsitzender. „Wir brauchen Mut zu Investitionen. So lange zu sparen, bis wieder das Vor-Krisenniveau erreicht ist, wird nicht die Lösung sein können, sondern schwerwiegende Folgen haben - und langfristige Kosten verursachen. Die staatliche Investitionsquote muss auch in Niedersachsen deutlich steigen.“

Finanzmittel im Sozialen und bei Bildung zu kürzen, gefährdet die vorhandenen Hilfesysteme und -strukturen und führt zu einer Vernachlässigung der Menschen mit ihren individuellen Problemen. Dies ist nicht nur für die betroffenen Menschen schwierig und häufig dramatisch, es gefährdet auch den sozialen Frieden, gesellschaftliche Teilhabe, unser demokratisches Gemeinwesen und damit letztlich auch die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land.

Ein positives Zukunftszeichen zu gerechter Lastenverteilung, ist auch im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl wichtig. „Fühlen sich Menschen ungerecht behandelt, sinkt auch die Zustimmung zur Demokratie“, so Marco Brunotte. „Dieses Phänomen ist jedoch nicht ein Problem von benachteiligten Bevölkerungsgruppen, sondern weit in der Mitte der Gesellschaft im bürgerlichen und wohlhabenden Milieu verwurzelt. Sehr deutlich zeigt sich dieses in der Mischszene der Querdenker und Coronaleugner. Die Auswirkungen auf eine demokratische Gesellschaft und deren politische Kultur, sehen wir nicht nur an den Unruhen in den USA oder an den populistischen und nationalistischen Bewegungen in unseren europäischen Nachbarländern, sondern in einem besorgniserregenden Ausmaß auch in Deutschland. Hier sind alle demokratischen Kräfte gefordert diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und die Ursachen grundlegend zu bekämpfen“, betont der stellvertretende Vorsitzende der LAG FW.

Hans-Joachim Lenke betont: „Für die Bewältigung der sozialen und gesellschaftlichen Spätfolgen der Corona-Krise brauchen wir eine intakte und stabile soziale Infrastruktur. Wir als Wohlfahrtsverbände sind für die postpandemischen Herausforderungen ein wichtiger Teil der notwendigen Hilfs- und Unterstützungsangebote. Diese Strukturen müssen gefestigt und in ihrer Finanzierung stabilisiert werden, damit sie auch in Zukunft einen zentralen Beitrag in einem subsidiären System leisten können.“

„Wir bieten bereits jetzt überlasteten Familien oder Menschen in finanziellen Nöten, Älteren, Menschen mit Migrationsgeschichte und Frauen Hilfe und Unterstützung. Unsere Beratungsstellen sind gut miteinander vernetzt, so dass verschiedene Unterstützungsangebote ineinandergreifen und eine ganzheitliche Lösung angestrebt werden kann“, so Lenke weiter.

Es ist Zeit. Wir brauchen jetzt öffentliche Investitionen. Für eine gute Zukunft unserer Gesellschaft. Für Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Für ein soziales Miteinander. Nur so können wir gemeinsam die Herausforderungen meistern. Davon ist die LAG FW überzeugt.

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
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Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
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