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Michael Burgmüller, ehem. Schüler bei Pro Beruf und Matthias Kreimeyer, Referent für Arbeitsmarktpolitik in der Diakonie in Niedersachsen und ehem. Leiter des Werkstatt-Treffs Vahrenheide sowie Geschäftsführer MEBA Metallbau
Michael Burgmüller, ehem. Schüler bei Pro Beruf und Matthias Kreimeyer, Referent für Arbeitsmarktpolitik in der Diakonie in Niedersachsen und ehem. Leiter des Werkstatt-Treffs Vahrenheide sowie Geschäftsführer MEBA Metallbau

Pro Beruf feiert 40-jähriges Jubiläum

Sie können dort wohnen, einen Schulabschluss oder eine Ausbildung machen. Für viele von ihnen ist sie auch ein Familienersatz. Pro Beruf ist die älteste Jugendwerkstatt in Niedersachsen und bietet benachteiligten Jugendlichen eine zweite Chance. Gegründet wurde sie vor 40 Jahren in der Titus-Kirchengemeinde in Hannover.

Einer, dem Pro Beruf geholfen hat, ist Michael Burgmüller. Mittlerweile ist er 55 Jahre, Familienvater und zweifacher Großvater. Er kam mit 16 zu Pro Beruf und hat dort einen Schulabschluss und eine Ausbildung in der Fahrradwerkstatt gemacht. Seine Jugend war geprägt von Perspektivlosigkeit. Drogen und Alkohol spielten eine Rolle. „Mein bester Freund, der war für mich wie ein Bruder, den habe ich leider verloren, durch Drogen. Dass ich es geschafft habe ist der Verdienst dieser Leute hier. Hätte ich die nicht gehabt und hätten die nicht an mir festgehalten, wäre ich tot oder säße im Knast.“

Burgmüller hat den Kontakt zu Pro Beruf nie abreißen lassen. Heute, so sagt er, sei die Situation für viele Jugendliche oft noch hoffnungsloser: „Sie werden alleine gelassen, von ihren Familien, von den Ämtern“. Einrichtungen wie Pro Beruf, können diesen Jugendlichen helfen, sie sind ein wichtiger Teil des Bildungssytems geworden. Rund 1500 junge Menschen nehmen derzeit das Angebot von Pro Beruf in Anspruch.

„Alle Landespolitiker sagen, das ist ein Erfolgsprogramm, es ist notwendig und keiner darf verloren gehen“, sagt Pro Beruf Geschäftsführer Rudolf Schulz. Doch Pro Beruf wird, wie andere Jugendwerkstätten auch, durch eine Projektförderung finanziert, die zu großen Teilen aus dem Europäischen Sozialfonds stammt. Diese Fördergelder werden nur für einen begrenzten Zeitraum vergeben und sind an strenge Auflagen gebunden. Langfristige Planung ist so für die Jugendwerkstätten nicht möglich. Daher fordert Schulz eine Förderung durch Landesgelder: „Es gibt den Bedarf, es gibt die Jugendlichen. Die Politik muss die richtigen Konsequenzen ziehen. Weil wir Teil des Bildungssystems sind und weil die jungen Menschen unsere Einrichtungen brauchen. Nur hier kriegen sie die Hilfe, die sie tatsächlich benötigen“.

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