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Straffällige brauchen in Corona-Zeiten eine geregelte Entlassungsvorbereitung

Für viele Straffällige ist der Tag der Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt mit gemischten Gefühlen verbunden. Natürlich freuen sich ehemalige Straffällige auf ihre Freiheit, aber für viele birgt diese Freiheit auch Unsicherheit: Finde ich eine Wohnung? Bekomme ich bald wieder einen Job? Finde ich mich „draußen“ wieder zurecht? Welche Behörden muss ich als erstes aufsuchen? Das sind nur einige Fragen, die normalerweise im Rahmen des Übergangsmanagements zusammen mit den Mitarbeitenden aus den Anlaufstellen für Straffällige geklärt werden.

Ziel des Übergangsmanagements ist es, die Inhaftierten in enger Zusammenarbeit mit den sozialen Diensten der Justiz so früh wie möglich auf die Zeit nach der Inhaftierung vorzubereiten, damit sie künftig ein eigenverantwortliches Leben ohne Straftaten führen können. Gerade in der ersten Zeit nach der Haftentlassung ist die Gefahr besonders groß, erneut straffällig zu werden, wenn die existenziellen Fragen nicht umfassend geklärt sind. Dabei helfen persönliche Beratungsgespräche, die den Aufbau tragfähiger Betreuungsverhältnisse ermöglichen

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden in Niedersachsen alle Justizvollzugsanstalten für Besucher geschlossen, um so die Inhaftierten vor einer Ansteckung zu schützen. Allerdings bedeutet dies auch, dass bis auf weiteres keine Beratungsgespräche zur Entlassungsvorbereitung mehr möglich sind. Da jedoch eine gute Vorbereitung der Haftentlassung von entscheidender Bedeutung für den Neuanfang nach der Verbüßung einer Haftstrafe ist, fordert die Diakonie in Niedersachsen, Beratungen in den Justizvollzugsanstalten unter Schutzvorkehrungen wieder zu ermöglichen.

„Wir schlagen vor, Sprechzimmer nach den gültigen Hygieneregeln in den Justizvollzugsanstalten einzurichten, um so die wichtigen Vorbereitungsgespräche zwischen Inhaftierten und den Mitarbeitenden der Anlaufstellen zu ermöglichen. Das muss jetzt in Angriff genommen werden, denn gerade auch in Corona-Zeiten muss ein geregeltes Übergangsmanagement zur Entlassungsvorbereitung möglich sein“, so Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen.

„Die Inhaftierten leiden derzeit sehr darunter, kaum Kontakt zur Außenwelt zu haben. Die Sorge um Familienangehörige und die ungewisse Lage außerhalb der Haftanstalten verunsichern die Inhaftierten. Sie machen sich viele Gedanken, ob sie sich nach ihrer Entlassung zurecht finden und wie es weitergeht. Durch die Corona-Pandemie sind viele Behörden geschlossen, neue Beschäftigte werden kaum noch eingestellt und der sowieso schon angespannte Wohnungsmarkt erschwert es ehemaligen Straffälligen, eine Bleibe zu finden“, so Hans-Joachim Lenke weiter.

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Informationen zu den Anlaufstellen:
In Niedersachsen unterstützen die 14 Anlaufstellen für Straffällige als Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege seit 1980 straffällige Menschen mit einer Vielzahl von Hilfen, Maßnahmen und Projekten bei der Resozialisierung und Integration in die Gesellschaft.

Dabei arbeiten die Anlaufstellen in regionaler Zuständigkeit eng zusammen mit den sozialen Diensten der Justiz, den kommunalen Fachdiensten für Arbeit, Soziales und Gesundheit, den Agenturen für Arbeit und weiteren staatlichen und freien Einrichtungen. Darüber hinaus sind sie zuverlässige Partner im Prozess des vernetzten Übergangsmanagement zur Entlassungsvorbereitung.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.die-anlaufstellen.de/

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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