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Hans-Joachim Lenke
Hans-Joachim Lenke

Vergütungsverhandlungen in der ambulanten Pflege sind ein erster Schritt - weitere müssen folgen

Hannover, 23. April 2018

„Für die tarifanwendenden Verbände wie die Diakonie sind die Vereinbarungen in Teilen ein erster Schritt in die richtige Richtung,“ bewertet Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen das Ergebnis der Vergütungsverhandlungen in der ambulanten Pflege. „Erstmalig werden in der ambulanten pflegerischen Versorgung die Aufwendungen für den Weg getrennt von der pflegerischen Leistung betrachtet und verhandelt. Der Weg zu den zu Hause lebenden Pflegebedürftigen wird somit seitens der Kostenträger realistischer vergütet, denn dieser ist für die Pflegekräfte Arbeitszeit, die tariflicher Entlohnung unterliegt.“ Allerdings sei mit dieser erstmaligen Berechnung noch keine grundlegende Basis angemessener Refinanzierung geschaffen worden.

Die Diakonie bleibe weiterhin ein zuverlässiger Partner für ambulante pflegerische Versorgung in Niedersachsen, sichert Hans-Joachim Lenke zu. Dennoch müsse es in Fragen der auskömmlichen Finanzierung der ambulanten Pflege noch weitere Entwicklungen geben. „Wir halten an unserer Auffassung fest, dass die Kostenträger auch die Pflege im häuslichen Bereich angemessen finanzieren müssen. Der enorme Zeitdruck wird sonst dazu führen, dass die Arbeit in diesem für die Versorgungsstrukturen zentralen Arbeitsfeld immer unattraktiver wird  - und weiterhin die Nachfrage nach Pflege größer sein und werden wird und die Pflegedienste diesen Bedarf nicht decken können.“

Die Verbände von AWO, Caritas, Diakonie und der kommunalen Träger hatten für die Kostenverhandlungen ein Kalkulationsschema vorgelegt, das die ambulanten Pflegekosten in allen ihren Teilbereichen differenziert beschreibt. Dies Schema ist aus Sicht der Verbände bislang nur teilweise und unzureichend für die Pflegevergütungsverhandlungen zugrunde gelegt worden. Die Vertreter der Freien Wohlfahrtsverbände und der kommunalen Träger fordern daher zeitnahe, weiterführende Gespräche zu den Grundlagen der künftigen Vergütungsfindung in der ambulanten Pflege, bei der die differenzierten Daten des vorgelegten Kalkulationsschemas mit einbezogen werden.

Die vereinbarten Sätze für das Jahr 2018 und 2019 bewertet die Diakonie in Niedersachsen als einen Zwischenschritt: „Wir konnten längst nicht alle Nachholeffekte erzielen, die nötig gewesen wären,“ so Lenke. „Immerhin haben wir für dieses Jahr Planungssicherheit und hoffen, mit dem vereinbarten Ergebnis auch über die Runden zu kommen. Eine Auskömmlichkeit der Vergütungen und insbesondere der Vergütung für die Wegezeiten ist aber weiterhin nicht gegeben. Es muss das von den Kostenträgern refinanziert werden, was Pflege in Niedersachsen nun einmal kostet. Darauf haben die zu pflegenden Menschen ein Anrecht - und die Mitarbeitenden auch.“

 Die Diakonie in Niedersachsen sieht die Lage der ambulanten Pflege in Niedersachsen weiterhin als kritisch an. „Eine Entspannung ist damit leider nicht in Sicht. Uns allen muss klar sein: Die Gewinnung von zusätzlichen Fachkräften in der Pflege wird einerseits davon abhängen, welches Lohnniveau angeboten werden kann. Auf der anderen Seite können wir Fachkräfte nur gewinnen, wenn wir ihnen zusichern, dass sie nicht Pflege im Minutentakt leisten müssen, sondern wieder sinnstiftend, in angemessener Zeit die Menschen pflegen können“, so Lenke.

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