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Weichenstellung für Ehrenamt im Dienst am Nächsten

Mit neuen Konzepten will die Evangelische Kranken- und Altenhilfe (eKH) jüngere Menschen und Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge für den Dienst der Grünen Damen und Herren in Kliniken, Altenheimen sowie im häuslichen Bereich gewinnen. "Wir brauchen heute Angebote und Perspektiven im Ehrenamt für Alt und Jung", so die neu gewählte eKH-Bundesvorsitzende Elke Grothe-Kühn in ihrem Grußwort. Die heutige eKH-Bundestagung in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) steht daher unter dem Leitwort "Dem Vergangenen ein Danke - dem Kommenden ein Ja!" des früheren UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld. Sein Tagebucheintrag sei ein Impuls, auch in Krisenzeiten die Zuversicht nicht zu verlieren. "Die Pandemie und nicht für möglich gehaltene kriegerische Auseinandersetzungen stellen uns vor große Herausforderungen. Das gilt auch für das Ehrenamt", so Grothe-Kühn. Hier sieht sie große Aufgaben für den neu gewählten eKH-Vorstand. Neben der Frage der Attraktivität für Nachwuchskräfte brauche es mehr und neue Qualifizierung, Ausstattung und Fortbildung im Rahmen der Digitalisierung sowie eine gesicherte Finanzierung des Vereins. Nur so sei die notwendige Infrastruktur für das wichtige ehrenamtliche Engagement aufrechtzuerhalten. Leider stünden für diese Aufgaben viel zu wenig und kaum kalkulierbare Mittel zur Verfügung. "Wenn dieses freiwillige Engagement Zukunft haben soll, braucht es eine stabile Finanzierung", mahnt die neue Vorsitzende.

Der Staatssekretär Heiger Scholz machte auf der Tagung deutlich, dass die Niedersächsische Landesregierung die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements als wichtige Querschnittsaufgabe sehe. Um junge Menschen für dieses Ehrenamt zu begeistern, müssen gemeinsam neue Formen des Engagements entwickelt werden. Die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Daniela Behrens würdigte in einem Grußwort das Engagement der Grünen Damen und Herren, kranken und dabei meist einsamen Menschen im Krankenhaus beizustehen. "Auch junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen und mitgestalten, aber sie ,fremdeln' oft mit den Strukturen des klassischen Ehrenamtes", so die Ministerin.

Die eKH-Mitglieder sehen in einer generationsübergreifenden Zusammenarbeit den Schlüssel für ein zukunftsfähiges Ehrenamt. Verschiedene Beiträge widmeten sich der Frage, wie dies gelingen und wie voneinander gelernt werden könne. Zwei jüngere Mitglieder des Vereins aus Soltau, Philipp Wichmann und Lucie Emmann, stellten sich der regen Diskussion darüber, was junge Menschen motiviert, sich neben Studium oder Berufseinstieg ehrenamtlich zu engagieren. Beide wünschen sich eine Gesellschaft, die Begegnung ermöglicht und sich füreinander verantwortlich zeigt. "Dem Gegenüber Aufmerksamkeit schenken, das machen die Grünen Damen und Herren. Und das finde ich stark", so Wichmann. Gleichwohl sehen beide Defizite in der Versorgung alter und kranker Menschen. Diese Lücke zu schließen, mache den ehrenamtlichen Besuchsdienst so unersetzlich. "Ich habe dabei das Gefühl, einen kleinen Teil meiner selbst erfahrenen Förderung an die Gesellschaft zurückzugeben", bekräftigte Emmann.

Dies unterstrich auch der Präsident der Hochschule, Prof.  Dr. Michael Manns in seinem Beitrag: "Aus jahrelanger Tätigkeit für die MHH und für unsere Patientinnen und Patienten als Arzt, Klinikdirektor und jetzt Präsident der MHH habe ich das Engagement der Grünen Damen und Herren kennen und schätzen gelernt. Für unsere Patientinnen und Patienten in ihren schwersten Stunden sind nicht zuletzt die persönlichen Gespräche und Hilfestellungen von unschätzbarem Wert."

Die eKH e.V. organisiert in 16 Bundesländern den Einsatz von über 6.000 "Grünen Damen und Herren" in rund 500 Einrichtungen und qualifiziert sie für ihre Dienste an kranken und alten Menschen. Leider sieht sich der Verband jedes Jahr mit altersbedingten Austritten konfrontiert. Hinzu kamen Beschränkungen der Besuchsdienste während der Corona-Pandemie. Durch den Einsatz digitaler Medien gelang es, diese kritische Phase gut zu bewältigen. Die entstandenen Lücken in diesem Ehrenamt sind jedoch besonders schmerzlich angesichts der Herausforderungen, denen in vielen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hauptamtlich Mitarbeitende gegenüberstehen. Um den Anforderungen von älteren und häufig auch demenziell erkrankten Menschen gerecht zu werden, braucht es mehr Zeit als die Routine erlaubt.

Der Vorstand der eKH würdigte im Rahmen der Bundestagung das Engagement aller Grünen Damen und Herren: "Wir haben allen Grund zur Freude und zum Danken". Die hohe Verlässlichkeit im Besuchsdienst bei alten und kranken Menschen suche ihresgleichen und lasse zuversichtlich auf eine gute Zukunft hoffen.

Quelle: Evangelische Kranken- und Altenhilfe e.V.

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