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Frau und Kind beim Spielen
©Werner Krueper Fotografie

Wenn es Stress in der Familie gibt

„Wenn man jetzt gezwungen ist, viel Zeit zu Hause zu verbringen, sollte man auch mal ganz bewusst Türen schließen“, rät Merle Dettbarn vom evangelischen Beratungszentrum in Hannover. Die Erziehungs- und Lebensberaterin berichtet, dass ihre Unterstützung in der Corona-Zeit extrem gefragt ist.

Eltern und Kinder verbringen derzeit unfreiwillig viel Zeit miteinander. Wenn Eltern dann noch von zu Hause aus arbeiten müssen, ist es schwer, die nötige Ruhe zu finden. Da liegen die Nerven schnell blank - Streit inklusive. „Wenn man jetzt gezwungen ist, viel Zeit zu Hause zu verbringen, sollte man auch mal ganz bewusst Tür schließen“, rät Merle Dettbarn vom evangelischen Beratungszentrum in Hannover. Die Erziehungs- und Lebensberaterin sagt: „Man sollte in der Familie aushandeln, dass diese auch mal 10 oder 15 Minuten geschlossen bleibt. Das gilt auch für die Kinder. Auch sie brauchen Möglichkeiten, sich zurückzuziehen. Das ist schon mal ein anders Gefühl, wenn man einfach mal eine geschlossene Tür hinter sich hat.“ 

In dieser Woche hat die Diakonie in Niedersachen bei radio ffn über die besondere Situation von Paaren und Familien in diesen Tagen berichtet. Paarberatung, Erziehungsberatung, Lebensberatung und andere Fachgebiete wie beispielsweise die Schuldner- oder Suchtberatung werden auch in der Corona-Zeit angeboten und sind extrem gefragt. 

Bei den Beratungsgesprächen erleben die Mitarbeitenden in der Diakonie, wie die Hilfesuchenden Probleme mit dem neuen Alltag haben - mit all seinen Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen. Das Gefühl, das eigene Leben sicher im Griff zu haben, ist verschwunden. Paare sind jetzt oft rund um die Uhr beieinander. Eine ungewohnte Situation. Merle Dettbarn berichtet, dass manchmal nicht mehr gestritten, sondern geschlagen wird: „Ich mache mir auch Sorgen um die Kinder in Familien, denen es bisher sehr gut ging und wo die Eltern jetzt akut in Sorgen und Nöten gekommen sind, zum Beispiel weil die Einkommensgrundlage weggebrochen ist.“ Eine Anregung der Beraterin ist, so oft es geht an die frische Luft zu gehen. „Ich glaube, dass das dann Spannung rausnimmt aus dem familiären Miteinander.“  
 
Die Unterstützung der Diakonie geht auch jetzt in der Corona-Krise weiter. Die Beratungsstellen sind telefonisch und per E-Mail erreichbar. “Wir versuchen niedrigschwellig herauszufinden, wo mit kleinen Stellschrauben etwas verändert werden kann: Einfach etwas geduldiger in dieser besonderen Situation zu sein. Vielleicht damit zu rechnen, dass jetzt nicht alles wunderbar und schön läuft. Man sollte jetzt nicht alles dramatisieren. Aber wenn man spürt, ich brauche Unterstützung von außen, sollte man auch nicht zögern, sich diese zu suchen.“ 

Wer eine passende Beratungsstelle sucht, kann eine E-Mail an hilfe(at)hilfe-interaktiv.de schreiben. Das ganze Interview mit Merle Dettbarn und ihren beiden Kolleginnen Gabriele Schmidt und Melanie Kieback gibt es auch im Poadcast von Hilfe interaktiv zum nachhören: https://www.podcast.de/podcast/152784/  

 

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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