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Stadtteilladen - „Kinder und Familien stärken“

Bereich: Kinder und Familien

Im Nahbereich der ev.-luth. Auferstehungskirche Bremervörde (www.auferstehung-bremervoerde.de) wohnen viele junge Familien, vor allem auch Alleinerziehende mit Kindern, die in der Mehrheit in sozial und wirtschaftlich schwierigen oder auch prekären Verhältnissen leben („Armut auf dem Land“). Seit 2015, aber auch schon zuvor, sind hierunter auch viele Migrantenfamilien.

Die Kirchengemeinde sieht hier seit Jahren einen Entwicklungsbedarf und reagiert darauf: Hauptsächlich mit Hilfe externer Förderer wie der Diakonie in Niedersachsen und der „Aktion Mensch“ wurde das zunächst dreijährige Projekt „Stadtteilladen“ aufgelegt (Sommer 2014 bis Sommer 2017; https://stadtteilladen.wir-e.de). Damit verwirklicht die Kirchengemeinde in ihrem Umfeld den Gedanken der „caring community“, d.h. sie übernimmt Mitverantwortung für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Benachteiligten in ihrem Bereich. Sie wird darin konkret, dass Kinder, unter ihnen auch zahlreiche Migranten- und Flüchtlingskinder, in ihrer schulischen, sozialen und persönlichen Kompetenz gefördert werden und Alleinerziehende und Eltern Beratung hauptsächlich in Fragen der Alltagbewältigung und Erziehung erhalten. Dazu dient ein angemieteter Laden im Herzen des Stadtteils (Mittelkamp 14, 27432 Bremervörde), in dem wochentäglich Angebote für Grundschulkinder (Hausaufgabenbetreuung, pädagogische Angebote) und ihre Eltern (Beratung, Vermittlung in Fachberatungen der Diakonie und des Landkreises) vorgehalten werden.

 

Konkrete Angebote und Zielsetzungen sind

  • Hausaufgabenbetreuung, und neuerdings auch gezielte Sprachförderung von Migrationskindern: Ehrenamtliche, unter ihnen mehrere pensionierte Lehrerinnen, unterstützen und motivieren Kinder beim konzentrierten Erledigen ihrer Hausaufgaben (Mo bis Do von 13 bis 15 Uhr)
  • Pädagogische Freizeitangebote wie Spielen, Kreativnachmittage, Ausflüge, Reiten und Gärtnern am Hochbeet, Gesundheits- und Verkehrserziehung etc.. Die Kinder werden zu sinnvoller Freizeitbeschäftigung angehalten (Mo bis Do 15-17.30 Uhr)
  • Initiative“ Eltern kochen für ihre Kinder“: Eltern mit Hartz IV-Bezug kochen auf der Basis von Gegenseitigkeit täglich für sich und ihre Kinder. Hier geht es um die Stärkung von Eigenverantwortung und hauswirtschaftlicher Kompetenz und um regelmäßige, gesunde Ernährung.
  • Kinderferienprogramm in Oster-, Sommer- und Herbstferien und ein Sommerfest mit der Nachbarschaft: Im Unterschied zum kommunalen Ferienprogramm für Kinder ist das Ferienprogramm des Stadtteilladens kostenfrei und niedrigschwellig wegen des vereinfachten Anmeldeverfahrens. Das Ferienprogramm umfasst Ausflüge, gemeinsames Kochen und kreative Angebote.
  • Nachgehende Familienarbeit, Hausbesuche, Beratung und Begleitung zu Behörden (vorm. und auf Verabredung): Diese umfasst Fragen der Erziehung und Alltagsbewältigung, Überschuldung, Gewalt und Sucht, Partnerschaft und Trennung, Teenie-Schwangerschaft, Antragstellung etc. Ratsuchende, die an ihrer Lebenssituation etwas verbessern wollen, erhalten Hilfe.
  • Nachbarschaftstreffen, Handarbeitstreffen und multikulturelles Frauenfrühstück. Der Stadtteilladen ist ein Ort der Begegnung in einem Viertel, dessen Infrastruktur in weiten Teilen weggebrochen ist

Außerdem fördern generationenübergreifende Angebote das nachbarschaftliche Miteinander. Alle Angebote sind niedrigschwellig, weil kostenfrei und unmittelbar im Viertel vor Ort, und stehen allen Menschen unabhängig von Kirchenzugehörigkeit, Konfession, Glauben oder Weltanschauung offen. Insgesamt besuchen in unterschiedlicher Regelmäßigkeit etwa 60 Kinder den Laden (täglich zwischen 10 und 20) - das entspricht etwa der Hälfte der ortsansässigen Zielgruppe. Der pädagogische Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin steht in laufendem Beratungskontakt zu jeweils vier oder fünf Familien.

Im Rahmen des Projektes hat die Kirchengemeinde die Anstellungsträgerschaft für einen pädagogischen Mitarbeiter (Dipl.-päd., 1,0-Stelle) übernommen. Dieser ist seit Juli 2014 als Leiter der Gemeinwesenarbeit und Koordinator etlicher Ehrenamtlicher tätig und gestaltet den Prozess mit den Methoden der Bedarfsermittlung und im achtsamen Dialog mit der Zielgruppe. Der Mitarbeiter steht in Verbindung mit den Grundschulen, den Hilfeeinrichtungen und Fachberatungsangeboten in der Stadt, vertritt das Projekt im „Netzwerk Frühe Hilfen“ des Landkreises und arbeitet eng mit dem Familienzentrum „PaNaMa e.V.“ und der ev. Kita Sternenlicht zusammen.

Die Finanzierung des Projektes in den Jahren 2014 bis 2017 wurde von den Förderern als Starthilfe verstanden, die das Projekt mit dem Ziel der Verstetigung ermöglichen. Zwar hat es auf der Stelle der pädagogischen Leitung des Stadtteilladens im Frühjahr/Sommer 2017 einen Wechsel gegeben, aber die Fortführung der Arbeit ist nunmehr gesichert. Denn im Verlaufe der ersten dreijährigen Projektphase hat der Stadtteilladen den Nachweis erbracht, dass er mit seinen Angeboten erfolgreiche Arbeit leistet und zur Verbesserung der Lebensumstände vieler Familien vor Ort beiträgt. Die Stadt Bremervörde, bis dato nur mit einem überschaubaren Förderbetrag beteiligt, hat ihre Förderung deshalb vervielfacht, weil hier anerkannt wird, dass die Kirchengemeinde in ihrer gemeinwesenorientierten Arbeit eine notwendige, öffentliche Aufgabe wahrnimmt. Auch konnten als Neuförderer die IKEA-Stiftung und zahlreiche Spender und Geldgeber vor Ort hinzugewonnen werden. Die Diakonie in Niedersachsen, die an der Entwicklung und Förderung der ersten Projektphase beteiligt war, unterstützt die Arbeit im Stadtteilladen für einen weiteren Dreijahreszeitraum (2017-2020). Zusammen mit dem Diakonischen Werk wurde eine doppelte Neuausrichtung bzw. Schwerpunktsetzung in den Bereichen „Förderung von Flüchtlingskindern“ und „Stärkung von Alleinerziehenden“ vereinbart. Somit ist der Fortbestand des Stadtteilladens nach Beendigung der ersten Projektphase im Sommer 2017 für zumindest weitere drei Jahre gewährleistet.

Ein Video aus dem Stadtteilladen finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=cxjpuG8DfE4

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