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Diakonie in Niedersachsen zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut

Armut in einem reichen Land

In Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 15,9 Prozent der Bürger von Armut bedroht. Untersuchungen zeigen, dass besonders Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende überschuldete Menschen oder Bürger mit Migrationshintergrund von Armut betroffen sind.

„Armut macht einsam und krank. Weil kein Platz ist, können Freunde nicht nach Hause eingeladen werden. Kinder können Geburtstagseinladungen ihrer Schulfreund*innen nicht annehmen, weil das Familienbudget den Kauf eines Geschenks nicht hergibt. Die ältere Dame verzichtet auf den Senior*innennachmittag, weil sie sich das Gedeck mit Kaffee und Kuchen nicht leisten kann und sich schämt, dass ihre schwierige finanzielle Situation bekannt werden könnte. Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang zwischen Einkommensarmut, schweren Erkrankungen und einer niedrigeren Lebenserwartung,“ sagt Hans Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen zum Tag der Beseitigung der Armut.

Da immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung fielen, zeige sich die steigende Armut auf dem Wohnungsmarkt besonders stark. Von den vor 30 Jahren noch 120.000 Sozialwohnungen in Niedersachsen bleiben bis 2022 nur noch 40.000 übrig. „Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit. Der Druck auf den Wohnungsmarkt wird sich weiter verstärken. Wohnungsbau ist eine politische Aufgabe, die nicht Finanzinvestoren überlassen werden sollte. Für Familien ist es fast unmöglich geworden, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sie leben in viel zu kleinen Wohnungen und müssen trotzdem noch bis zu 50 % ihres Einkommens für die Miete ausgeben,“ sagt Lenke. „Zusätzlich hat die Coronakrise uns noch einmal vor Augen geführt, wie wenig unser Bildungssystem Kindern aus armen Familien gerecht wird. Schon vor der Pandemie bestimmte die soziale Herkunft den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern,“ so Lenke weiter.

Besonders durch die Schließung der Schulen im Frühjahr wurden arme Kinder weiter abgehängt. Es fehlten nicht nur der Laptop und Drucker, um am Homeschooling teilnehmen zu können, sondern auch ein halbwegs ruhiger Arbeitsplatz. „Wir fordern eine sachgerechte Ermittlung und damit Erhöhung der Regelsätze und der Leistungen für Bildung und Teilhabe, die es sowohl Einzelnen als auch Familien mit Kindern erlaubt, am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen,“ sagt der Diakonievorstand Lenke.

Es sei überfällig gewesen, Schulen und Kitas wieder zu öffnen. In der Zwischenzeit mussten viele Klassen oder ganze Jahrgänge wieder vorübergehend in den Homeschooling Modus wechseln. So bleibe auch die Problematik von fehlenden Ressourcen im Homeschooling weiterhin bestehen. „Für arme Familien bedeutet die Schließung von Schulen wieder erhebliche Mehrkosten, weil die gemeinsame Mittagsverpflegung nicht mehr zur Verfügung steht,“ so Lenke.

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