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Diakonie in Niedersachsen: „Wir müssen die Spirale der Gewalt stoppen“

Aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2020, die das niedersächsische Innenministerium vorgestellt hat, geht hervor, dass die Fälle häuslicher Gewalt seit zehn Jahren zum Teil deutlich ansteigen. So wurden im vergangenen Jahr 21.509 Fälle polizeilich registriert, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. „Diese Entwicklung ist erschreckend und darf nicht hingenommen werden“, sagt Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. „Die sozialen Auswirkungen der Pandemie werden in diesen Zahlen sichtbar.“

Lenke verweist auf fehlenden sozialen Ausgleich, Überlastung durch geschlossene Schulen und Kindertageseinrichtungen. Vielfach steigt der Konsum von Alkohol, wie Statistiken belegen. „Existenzängste, Zukunftssorgen, beengte Wohnverhältnissen mit fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und manchmal schlicht die Langeweile wegen Hobbys, die nicht ausgeübt werden können, begünstigen den Griff zur Flasche - und führen manches Mal zur Gewalt“, fasst der Diakonie-Vorstandssprecher zusammen. 

„Wir brauchen funktionierende Nachbarschaften, in denen einer auf das Wohl des anderen achtet“, sagt Lenke. „Zudem brauchen wir weiterhin stabile Beratungs- und Präventionsangebote sowie die ausreichende Finanzierung von familienentlastenden Diensten. Wir müssen die Spirale der steigenden Gewalt stoppen.“

„Eine Zunahme von häuslicher Gewalt können wir auch bei Notruf Mirjam bemerken. Unsicherheiten und Zukunftsängste der Corona-Pandemie sind eine Belastung gerade für Familien, die in beengten Wohnverhältnissen und in finanzieller Not leben“, sagt Judith Rohde, Koordinatorin von Notruf Miriam. „Auf Termine bei Behörden und Beratungsstellen müssen Betroffene oft lange warten. Wir von Notruf Mirjam versuchen den Anruferinnen durch unser Krisentelefon schnellstmöglich eine Entlastung zu bieten. In akuten Notfällen können wir auch kurzfristig persönliche Termine anbieten.“ Notruf Miriam ist ein Angebot für Schwangere und Mütter und unter der kostenlosen Rufnummer 0800 - 6050040 zu erreichen.

In Notsituationen ist auch die Telefonseelsorge unter 0800-1110111 oder 0800-1110222 rund um die Uhr erreichbar. Beide Angebote sind anonym und kostenlos.

 

 

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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