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Diakonie in Niedersachsen: Auch Geflüchtete müssen vor Covid-19 geschützt werden

In Niedersachsen leben viele geflüchtete Menschen in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften oder in Landeseinrichtungen. Die Unterbringung erfolgt auf engem Raum, häufig in Mehrbettzimmern und mit gemeinschaftlicher Nutzung von Küche und Bad. Das Land Niedersachsen, die einzelnen Kommunen und die Träger der Gemeinschaftsunterkünfte bemühen sich, das Abstandhalten zu ermöglichen und die Räume ausreichend zu desinfizieren. Die Infektionsfälle in zwei Gemeinschaftsunterkünften in der Region Hannover zeigen jedoch, dass weitere Maßnahmen notwendig sind, um einen wirksamen Infektionsschutz gegen das Covid-19-Virus zu gewährleisten.

„Der Aufruf zu Social distancing läuft in den Unterkünften leer, in denen die Raumgröße keinen Spielraum hergibt,“ so Hans Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. „Diese Erkenntnis, die bei der Diskussion um die Saisonarbeiter*innen maßgeblich zu den Vorgaben der Einzelunterbringung führte, muss auch auf die Unterbringung von Geflüchteten übertragen werden. Die Herausforderung ist dieselbe und durch die Meldung der Infektionsfälle dringlicher denn je. Indem die Unterbringung entzerrt wird, reduzieren wir nicht nur das Infektionsrisiko, sondern schützen auch vor Quarantäne-Maßnahmen.“
In anderen Bundesländern gibt es Infektionen im drei- bis vierstelligen Bereich bei Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften und Landeseinrichtungen. Um einen solchen Ausbruch in Niedersachsen zu verhindern, muss die Art der Unterbringung neu bedacht werden.

Die Diakonie in Niedersachsen weist dabei auch auf schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit von geflüchteten Menschen bei einer Quarantäne hin. „Man darf nicht übersehen, dass Quarantänemaßnahmen Geflüchtete oft deutlich mehr belasten als Menschen ohne Fluchterfahrung,“ so Lenke. „Das Aufstellen von Sicherheitspersonal an Eingängen weckt unangenehme Erinnerungen, da in den Herkunftsländern häufig schlechte Erfahrungen mit Polizei und anderen militärischen Akteuren gemacht worden sind. Dazu kann eine starke Beschränkung der Bewegungsfreiheit einen traumatisierten Menschen mit Flashbacks und Gefühlen von Ausgeliefertsein und Ohnmacht belasten."

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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