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Kinder und Erwachsene

Wenn aus Fremden Freunde werden

INCA - Das Internationale Café in Peine

„Meine Familie kommt im August nach Deutschland,“ erzählt Bassam Mamo fast beiläufig. Seit fünf Jahren hat er seine Familie nicht mehr gesehen. Nun hat das Warten im August endlich ein Ende. Solche Momente machen die Zeit im INCA zu etwas Besonderem. Diakonin Caroline Gärtner, die das INCA mit ins Leben gerufen hat, freut sich über die guten Nachrichten. Jeden Freitag kommen bis zu 100 Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen in das Internationale Café in Peine. „Mit dem INCA wollten wir einen Ort für interkulturelle Begegnung und Austausch schaffen. Mit Kaffee und Kuchen fällt es leicht ins Gespräch zu kommen“, sagt Caroline Gärtner.

Die Idee für das INCA entstand 2015, als rund 2000 geflüchtete Menschen nach Peine gekommen sind. Als Diakonin im Ev. luth. Kirchenkreisjugenddienst in Peine wollte Caroline Gärtner Jugendliche unterstützen, die ein Angebot schaffen wollten, das sich an Menschen mit Fluchterfahrung richtet. Schnell war klar, dass das Projekt für Menschen jeden Alters offensteht. „Bei uns ist jeder herzlich willkommen, egal ob jung oder alt, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund“, so die Diakonin. Mittlerweile sind aus dem INCA weitere Hilfsangebote entstanden. Die INCA Quatschecke findet z.B. einmal im Monat statt. Dort können verschiedene Themen und Probleme besprochen sowie neue Pläne und Ideen entwickelt werden. Außerdem geht das INCA auch auf Reisen. Das Angebot richtet sich an Familien. Gemeinsam werden in den Ferien spaßige Tagesausflüge unternommen, z.B. in den Zoo oder in Freizeitparks.

Für viele ist der wöchentliche INCA-Besuch nicht mehr wegzudenken. „Über die letzten Jahre sind freundschaftliche Beziehungen entstanden. Und das ist auch die Basis unserer Arbeit“, stellt die Diakonin fest. „Es ist schön zu sehen, dass aus den Besucher*innen der ersten Stunde nun Akteur*innen geworden sind, die Verantwortung übernehmen und sich selbst engagieren. Davon lebt das INCA“, so Caroline Gärtner. Gemeinsam wird der Auf- und Abbau gestemmt, das Kuchenbuffet organisiert und das Kinderprogramm vorbereitet. Eine Freundschaft entstand beispielsweise über die Leidenschaft für das Imkern, welche von einem ehrenamtlichen Helfer an einen Besucher weitergegeben wurde, der stolz von seinen 10 Bienenvölkern berichtet.

Integration kann gelingen. Das zeigt das INCA. „Viele Engagierte aus Peine öffneten 2015 ihre Arme, unterstützten mit Rat und Tat und schafften mit geflüchteten und neuheimischen Peiner*innen einen Ort des Ankommens“, führt Maren Huschka, Fachreferentin für Flüchtlingssozialarbeit der Diakonie in Niedersachsen, aus und betont: „Gemeinsam haben sie Großartiges geleistet. Durch das Fürsprechen, dem offenen Gehör und dem Begleiten konnte vielen Menschen geholfen werden.“

„Letztlich gilt das gleiche für jeden. Dass wir als Vorbilder unser Leben so gestalten, wie wir es für richtig halten. Dieses Recht hat jeder. Gleichwohl haben wir als Christ*innen einen besonderen Auftrag, auf unseren Nächsten zu achten. Das versuchen wir immer wieder aufs Neue mit dem Angebot INCA. Das INCA ist wie ein Puzzle, jedes Teil ist unterschiedlich, aber wenn es fehlt, ist es nicht komplett“, sagt Caroline Gärtner. „So ist es wichtig die Unterstützung von Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen, von der Diakonie in Niedersachsen, der Landeskirche, Superintendent*innen im eigenen Kirchenkreis , dem Diakonischen Werk im eigenen Kirchenkreis, um nur einige zu nennen, zu haben. Es braucht das Bewusstsein, dass die Dinge nicht von allein geschehen.“

Dem stimmt auch Maren Huschka zu: „Weil die Fluchtgeneration aus 2015/16 nun mit einem Obdach und Nahrung versorgt ist, ist Integration nicht automatisch auch erreicht. Es ist ein Prozess, welcher durch Zwischenerfolge, wie dem bestandenen Sprachtest, neue Etappen anstößt. Wie komme ich in Lohn und Brot? Wie meistere ich eine Ausbildung und wie kann ich meine neue Heimat mitgestalten? Diese Fragen brauchen Antworten und unterstützende Strukturen wie über Beratungsdienste und Projekte. Es ist daher wünschenswert, wenn Politik und Kirche die Prozesshaftigkeit von Integration anerkennen, ihr Engagement aufrechterhalten und sich mit Ausdauer und Zuversicht den Herausforderungen stellen.“

Es herrscht weiterhin ein buntes Treiben im INCA. Während die Erwachsenen gemütlich beim Kaffee trinken quatschen, toben die Kinder im weitläufigen, grünen Garten oder probieren ihre Fahrkünste auf dem Pedalo aus. Das INCA ist ein besonderer Ort. Hier werden aus Fremden Freunde.

Kontakt

Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Telefon: +49 511 3604-0, Telefax: +49 511 3604-108
geschaeftsstelle(at)diakonie-nds.de

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 7 - 17 Uhr, Fr.: 7 -14 Uhr

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