09.01.2026

Sozialminister Philippi und Diakonie-Vorstandssprecher Lenke setzen Zeichen gegen Einsamkeit und werben für Unterstützungsmaßnahmen für wohnungslose Menschen

Der niedersächsische Sozialminister Dr. Andreas Philippi, Vorstandssprecher der Diakonie Niedersachsen Hans-Joachim Lenke und Friedhelm Feldkamp, Geschäftsführer und Diakoniepastor der Diakonischen Werk Hannover gGmbH haben am heutigen Freitag, 9. Januar eine ökumenische Essensausgabe in Hannover besucht.

 

Aufgrund der anhaltenden Kälte, die insbesondere für Menschen in Armut und ohne Obdach zur Gefahr werden kann, wollen Ministerium und Diakonie den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern danken, auf die Gefahren von Kälte und die Angebote der Diakonie hinweisen und für die Unterstützungsmaßnahmen für wohnungslose Menschen werben.

 

Sozialminister Dr. Andreas Philippi verdeutlichte: „Wir wollen an diesem bitterkalten Tag heute ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für Solidarität und gegen Einsamkeit. Die letzten Wintertage waren eine große Herausforderung insbesondere für obdachlose und ältere Menschen. Ich danke den vielen engagierten Helferinnen und Helfern, ohne die diese regelmäßige und verlässliche Essensausgabe in dieser Form nicht möglich wäre. Gerade von Armut betroffene Menschen haben es im Winter besonders schwer und es ist mir ein persönliches Anliegen, dass alle Menschen einen Platz in unserer Gesellschaft finden und gesehen werden. Sprechen Sie also Menschen, die in der Kälte sitzen oder liegen, an – gehen Sie nicht einfach vorbei. Dies kann im Zweifel Leben retten. Und den betroffenen Menschen lege ich sehr ans Herz die Angebote der Diakonie und anderer Anlaufstellen zu nutzen. Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten.“

 

Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen ergänzte: „Angebote, wie die ökumenische Essenausgabe, Tagesaufenthalte oder auch die aufsuchende Sozialarbeit sind gerade in dieser akuten Kälteperiode für obdachlose Menschen eine wichtige Unterstützungsmaßnahme, um bei den derzeitigen Witterungsbedingungen auf der Straße wenigstens einigermaßen zurechtzukommen. So wichtig diese Angebote sind, muss es aber doch eigentlich darum gehen, Wohnungslosigkeit und damit eine Ursache der Obdachlosigkeit zu verhindern. Deshalb sind wir dem Sozialministerium dankbar, dass sie das Projekt „Wohnraumakquise“ finanziell unterstützt und mit uns dabei neue Wege geht. Das Ziel der Wohnraumakquise ist es, Wohnraum für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten zu vermitteln. Die Nachfrage bei den Hilfesuchenden ist enorm. Was derzeit noch Mangelware ist, sind Vermieter*innen, die bereit sind, Wohnraum zu vermieten. Deshalb ist mein Appell an Sie: Wenn Sie Wohnraum zu vermieten haben, dann melden Sie sich bitte bei den vier Standorten der Modellprojekte. Die Mieter werden auch durch uns begleitet.“

 

„Mit der ökumenischen Essensausgabe setzen wir ein Zeichen tiefster christlicher Nächstenliebe. Gleichzeitig ist sie aber auch nur eine Notlösung und stellt im Grunde genommen ein Armutszeugnis für unsere wohlhabende Stadtgesellschaft dar. Die steigenden Besucher*innenzahlen – zu Beginn der letzten Saison waren es noch 80 täglich, inzwischen sind es bereits 100 in den ersten Tagen – zeigen, dass das soziale Netz immer größere Risse bekommt. Daher ist es umso wichtiger, und wir sind dankbar, dass das Sozialministerium sich vor Ort ein eigenes Bild macht. Es müssen von Politik und Gesellschaft insgesamt intensivere Anstrengungen unternommen werden, um die strukturellen Ursachen von Armut und Vereinsamung anzugehen. Denn Essen ist ein Grundrecht, kein Akt der Gnade“, erklärt Friedhelm Feldkamp, Geschäftsführer und Diakoniepastor der Diakonischen Werk Hannover gGmbH.