04.08.2026

Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, zum Schulstart

"Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Jedes Kind muss die gleichen Chancen haben.", so Lenke.

„Für viele Familien ist der Schulstart neben der Vorfreude auch mit erheblichem finanziellem Druck verbunden. Die 195 Euro[1], die über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes für Schulmaterialien zur Verfügung stehen, reichen angesichts der steigenden Lebenshaltungs- und Bildungskosten vielerorts nicht aus. Allein ein vernünftiger Schulranzen kostet durchschnittlich zwischen 120 und 180 Euro. Hinzu kommen Hefte, Stifte, Sportkleidung, Mappen und weitere Materialien, die insbesondere bei der Einschulung erstmals angeschafft werden müssen. Für Familien mit geringem Einkommen stellt dies eine enorme Belastung dar.

Bildung darf jedoch nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Jedes Kind muss die gleichen Chancen auf einen erfolgreichen Schulstart und eine gute Bildung haben. Damit Kinder ihren Bildungsweg selbstbestimmt und unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Eltern gehen können, brauchen wir konsequente Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut. Deshalb fordern wir einen umfassenden Aktionsplan gegen Armut mit einem besonderen Fokus auf Kinderarmut. Dazu gehört auch, dass der Betrag des Bildungs- und Teilhabepakets den realen Kosten angepasst wird. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass die Bündelung aller Sozialleistungen für Kinder schnell und sinnvoll umgesetzt werden muss. Nur so können wir sicherstellen, dass kein Kind aufgrund finanzieller Benachteiligung zurückgelassen wird. Denn Kinderarmut ist kein individuelles Schicksal, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, die entschlossenes politisches Handeln erfordert.“


[1] Der Betrag wird gesplittet. Zu Beginn des Schuljahres erhalten die Familien 130 Euro. Zum Halbjahr erhalten sie 65 Euro.