07.10.2026

Diakonie fordert: Digitale Innovation braucht eine verlässliche Refinanzierung von der Einführung bis zur Weiterentwicklung

"Wenn wir jetzt nicht in digitale Unterstützungssysteme investieren, wird sich der Pflegenotstand verschärfen", sagte Hans-Joachim Lenke.

„Der derzeitige Entwurf der Bundesregierung zur Pflegereform lässt die Chance grundlegender Reformen verstreichen und gefährdet so die Versorgungssicherheit. Steigende Eigenanteile, fehlende Fachkräfte, alte Gebäudeinfrastruktur und eine steigende Zahl an Pflegebedürftigen verlangen eine Reform des Pflegesystems. Dazu gehört auch eine verlässliche Refinanzierung von der von digitalen Innovationen von der Entwicklung, der Implementierung und auch der Pflege der Systeme. Bis 2035 werden in Niedersachsen rund 40 Prozent der registrierten Pflegekräfte in Rente gehen. Wenn wir jetzt nicht in digitale Unterstützungssysteme investieren, wird sich der Pflegenotstand zusätzlich verschärfen. Deshalb fordern wir verstärkte Unterstützungen durch Bund und Länder, gerade auch bei der Finanzierung von zusätzlichen IT-Personalstellen. Nur so können sich die Pflegeeinrichtungen zukunftsfähig aufstellen und die Pflegekräfte sich auf ihre tatsächliche Arbeit konzentrieren – nämlich auf die Pflege von Menschen“, so Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen.

Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe ergänzt: „Eine moderne Arbeitsumgebung ist für Pflegende heute ein wichtiger Bestandteil guter Arbeitsbedingungen. Dazu gehört auch eine sinnvoll eingesetzte Digitalisierung. Sie kann die Arbeitgeberattraktivität stärken, wenn sie Pflegende im Arbeitsalltag unterstützt, Prozesse erleichtert und spürbar entlastet.“

„Wir wollen nicht nur darüber sprechen, was technisch möglich ist. Wir wollen gemeinsam darüber nachdenken, was Pflege und Eingliederungshilfe tatsächlich brauchen, damit Innovationen zu einem echten Mehrwert werden. Denn wir arbeiten mit und für Menschen“, betont Nadine Grages, Pflegereferentin bei der Diakonie in Niedersachsen und Organisatorin des Innovationsforums.

„Wir freuen uns sehr, dass wir beim Innovationsforum eine Vielzahl von Aussteller*innen gewinnen konnten. Sie präsentieren innovative Lösungen für die Pflege – von Apps zur Sturzprävention über intelligente Sensorik bis hin zu passiven Exoskeletten, die bei körperlich belastenden Tätigkeiten unter-stützen und direkt vor Ort ausprobiert werden können. Das baut Hürden ab und fördert den Austausch von Entwickler*innen und Praxis“, so Grages weiter.

„So wichtig digitale Tools und Roboter sind, so wichtig ist auch festzuhalten, dass sie aber auch nur ein Baustein bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen im Bereich der Pflege sind - wenngleich auch ein wichtiger. Das Pflegesystem muss langfristig weiterentwickelt werden und dazu benötigen wir dringend eine Pflegereform, die die Pflege zukunftsfähig aufstellen und kein Spargesetz!“, stellt der Vorsitzende des NEVAP, Sven Schumacher abschließend fest.
Im Rahmen des Innovationsforum Pflege der Diakonie in Niedersachsen und des NEVAP informierten sich rund 60 Teilnehmende zu Digitalisierung in der Pflege. Unter anderem nahmen am 07. Oktober als Aussteller*innen und Impulsgeber*innen teil:

  • Schwester Gerda (KI-Anrufbeantworter) KI-Telefonassistent für Pflegedienste | Schwester Gerda
  • CareTable (Aktivierungstisch) CareTable - Der digitale Aktivitätstisch für die Pflege)
  • SuperNurse (Digitale Lernplattform) SuperNurse – Die Lernwelt für Pflegende)
  • Bionic Back (Passives Exoskelett) BionicBack Exoskelett - Rückenentlastung im Arbeitsalltag | HTExo - Help Tech
  • CrewLinQ (Softwarelösung für digitales Ausfallmanagement) CrewLinQ: Ausfall- & Poolmanagement für die Pflege
  • LINDERA (KI-basierte 3D Bewegungsanalysen) LINDERA: Lösungen für digitale Sturzprävention und Bewegungsanalyse
  • Sorala (Sensorpflaster zur Wundversorgung) Sorala
  • Entrance Robotics (Roboterlösung für Hilfs- und Pflegebedürftige) 10X Robotics GmbH - Ihr Partner für Service-Robotik aus NRW - Showroom Bochum
  • Judit Ebel I Dipl. Pflegepädagogin – Care for Innovation I Supernurse
  • Marcus Eckhoff I GF bei Neuerkeröder Wohnen und Betreuen & Vorstand Fachverband Teilhabe
  • Prof. Dr. Nina Fleischmann I Professorin Abt. Pflege und Gesundheit, Hochschule Hannover
  • Vera Lux I Präsidentin Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe
  • Hans-Joachim Lenke I Vorstandssprecher Diakonie in Niedersachsen
  • Dr. Miriam Wolf I Vorständin – Vediso
  • Jens Wulfekammer I GF Altenhilfe bei Diakonie Osnabrück Stadt und Land & Vorstand NEVAP