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Mit wenig Geld den Haushalt managen

Gib einem Hungernden einen Fisch, so wird er einen Tag lang satt. Lehre ihn fischen und er wird nie mehr hungern. (aus China)
Diese Losung, die am Anfang der Entwicklungshilfe Ende der 1950er-Jahre stand, steht auch heute für die große Vision, bis zum Jahr 2015 die Armut auf dieser Erde zu halbieren. Dazu haben sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Staats- und Regierungschefs der wohlhabenden Staaten gegenüber den Vereinten Nationen feierlich verpflichtet.

Und bei uns?
„Deutschland gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. (…) Gleichwohl gibt es Personen, die am Rande der Gesellschaft stehen, deren Handlungsspielräume durch besondere Umstände gravierend eingeschränkt sind und deren Sicherung ihrer Grundbedürfnisse gefährdet ist.“ (2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung)

Dies merken wir auch in den Diakonischen Werken und in den Kirchengemeinden der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Immer häufiger suchen Menschen hier finanzielle Unterstützung zur Überwindung ihrer aktuellen Notlagen. So wurden z.B. 2007 25% mehr Anträge auf individuelle Beihilfen gestellt als 2006. Die Prognose ist steigend.

Viele der um Unterstützung bittenden Menschen sind mit den zunehmend komplexeren Anforderungen des täglichen Lebens überfordert und der Umgang mit Geld und Haushalt gelingt nicht immer. Einmalige finanzielle Beihilfen, wie sie z.B. in den Diakonischen Werken oder auch in Kirchengemeinden der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers zur Verfügung gestellt werden, können in begrenztem Maße aktuelle existentielle Notlagen kurzfristig überbrücken.

Diese finanzielle Hilfe nimmt jedoch nur vorübergehend den Druck aus der individuellen Notlage. Armut ist ein gesellschaftliches Problem. Erforderlich sind nachhaltige strukturelle Veränderungen und Hilfen, die vorhandene Kompetenzen aufgreifen und erweitern.

Um hier Lösungsansätze zu entwickeln, hat das Diakonische Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen und Kirchengemeinden praxiserprobte Modellprojekte und grundsätzliche Beiträge zusammengestellt.

Das Spektrum reicht von theologischen Perspektiven und Impulsen für ein diakonisches Handeln über pädagogische Einheiten zur Schuldenprävention, niedrigschwelligen Kochprojekten bis zu konkretem Arbeitsmaterial. Zudem wird deutlich, dass viele Projekte durch das beispielhafte freiwillige Engagement von Menschen für die Zivilgesellschaft für ihr Gemeinwesen getragen werden.

Was können Kirchengemeinden, Kindertagesstätten oder Schulen tun gegen Armut und Ausgrenzung? Praktische Anregungen und Informationen finden Sie im zweiten Teil dieser Broschüre und auf der beigefügten CD. In den hier gezeigten Projektbeispielen geht es überwiegend um Formen der Barmherzigkeit, um konkretes diakonisches Handeln. Gleichzeitig ist es unser Anliegen, Gerechtigkeit einzufordern: „Eine Kirche, die auf das Einfordern von Gerechtigkeit verzichtet, deren Mitglieder keine Barmherzigkeit üben und die sich nicht mehr den Armen öffnet oder ihnen gar Teilhabemöglichkeiten verwehrt, ist nicht die Kirche Jesu Christi.“ Das sozialpolitische Eintreten für Gerechtigkeit, für Teilhabe am Leben, das Öffentlichmachen von Ungerechtigkeit und sozialer Not, so wie es uns beispielsweise 2007 gelungen ist mit der Aktion „Sieben Wochen Leben mit Hartz IV“, bleibt eine wichtige Aufgabe von Kirche und Diakonie!

Die Publikation ist kostenlos zu beziehen über marion.hamann(at)diakonie-nds.de

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